Hightech

Kein Mindestabstand von zwei Metern nötig: Seoner Roboter arbeiten für Coronatests

Geschäftsführer Nick Koch vor einer der Roboteranlagen.

Geschäftsführer Nick Koch vor einer der Roboteranlagen.

Normalerweise bauen sie vor allem für die Uhren- oder Automobilzulieferindustrie. Nun hilft Robotec Solutions der Hägglinger Flex Precision Plastics in der Coronakrise.

Die Firma Robotec Solutions produziert industrielle Roboteranlagen, die für verschiedene Arbeiten genutzt werden können. So werden programmierte Roboterarme in diversen Industrien unter anderem zum Abfüllen von Lebensmitteln, Zusammensetzen von einzelnen Teilen oder vielem mehr eingesetzt. Robotec Solutions entwickelt und baut Roboterlösungen normalerweise vor allem für die Uhren- oder Automobilzulieferindustrie. Durch den Coronavirus hat sich der Fokus von Geschäftsführer Nick Koch und seinen 25 Mitarbeitern jedoch geändert. «Zurzeit produzieren wir, vor allem für Roche und weitere Firmen im Diagnostics- Bereich, Anlagen für die Teileherstellung für den Coronatest», erklärt Nick Koch.

Die Plättchen werden im Spritzgussverfahren bei der Firma Flex Precision Plastics in Hägglingen mithilfe der Robotec-Automation hergestellt. Flex liefert dem Basler Pharmakonzern das Plättchen, auf welchem die Blutstropfen für den Test platziert werden. Dabei handelt es sich um ein Wegwerfprodukt, das nach jedem Test ausgewechselt werden muss. «Der Bedarf an den Plättchen ist infolge des Coronavirus um das x-Fache gestiegen», so Nick Koch. Aus diesem Grund habe der Pharmakonzern Roche die Robotec Solutions direkt kontaktiert. Der Anlagenbau für Coronatests werde priorisiert, so Koch. Dies sei jedoch zurzeit kein Problem, da die Anfragen aus den anderen Segmenten aufgrund der Krise sehr niedrig seien.

Den Zuschlag erhielt die Hightech-Firma unter anderem, weil die Produktion in der Schweiz stattfindet. «So konnte von Anfang an sichergestellt werden, dass es keine Probleme gibt bei Grenzschliessungen», so Koch.

Gearbeitet wird in Seon unter Hochdruck bei strengen hygienischen Massnahmen: «Unsere Mitarbeiter halten den Mindestabstand von zwei Metern ein – unsere Roboter müssen dies nicht», erklärt Koch. «Das Wichtigste ist, dass wir lokal, mit gutem technischen Know-how schnellstmöglich Lösungen für unsere Kunden bieten – zum Nutzen aller.»

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