Lenzburg
Kein Grund zu nostalgischen Gefühlen

Zum letzten Mal trafen sich die Ortsbürger in der Aula des Schulhauses Bleicherain zur Gemeindeversammlung. Nach 43 Jahren wird fortan im alten Gemeindesaal getagt.

Heiner Halder
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Ein letztes Mal prosten sich die Ortsbürger nach der Sommergmeind in der Pausenhalle des Bleicherain-Schulhauses zu.

Ein letztes Mal prosten sich die Ortsbürger nach der Sommergmeind in der Pausenhalle des Bleicherain-Schulhauses zu.

Kein Grund zu besonderen nostalgischen Gefühlen: Vom nüchternen Raum mit den tribünenartig ansteigenden Stuhlreihen, dem Stadtratstisch und dem Arbeitsplatz des «Ratsweibels» ging immer der Ruch des Provisorischen aus.

Der Umzug in den alten Gemeindesaal ist trotz der bevorstehenden Umnutzung des Bez-Schulhauses für die Unterstufe nicht zwingend, eher eine Stilfrage.

Der neue Tagungsort für die Ortsbürger wurde an der letztjährigen Winter-Gmeind «entdeckt», als das Kieswerk 50 Jahre feierte und aus diesem Anlass dort den neuen Lift einweihte. Die Ortsbürgerkommission machte sich beim Stadtrat mit Erfolg stark für die Züglete in den zentral gelegenen, jetzt auch für ältere Semester leicht zugänglichen Standort mit dem den Ortsbürgern angemesseneren Rahmen.

In der Bez-Aula war man seit 1973 zu Gast, als der Einwohnerrat eingeführt und die beiden Gemeindeversammlungen nicht mehr am gleichen Abend in der damaligen Mühlematt-Turnhalle abgehalten wurden. Das Gemeindeparlament wird seinen Sitzungsplatz behalten.

Sieben neue Ortsbürger

Nachdem an der ausserordentlichen Ortsbürgergmeind vom 16. März 2015 mit den Traktanden Kieswerk-Zusammenarbeit und Museums-Konzept gehörig Dampf abgelassen werden konnte, kehrte man wieder zum courant normal zurück: Beteiligung von 104 (von insgesamt 527) Ortsbürgern, keine Diskussion, einstimmige Beschlüsse.

Drei Einbürgerungsgesuchen wurde entsprochen, Rechnung und Rechenschaftsbericht nach ausführlicher Präsentation durch Stadtrat Martin Stücheli und Stadtammann Daniel Mosimann abgesegnet.

Die Arbeit in Verwaltung und Kommissionen fand magistrale Anerkennung. Der Forst erzielte den «beachtlichen» Abschluss mit der Einlage von 31 550 Franken in die Forstreserve. Das Kieswerk setzte mit 172 167 Kubik Kies und 80 983 Kubik Beton Rekordwerte ab, der Ortsbürgergemeinde werden 224 660 Franken abgeliefert.

Der abgetretene Finanzverwalter Beat Lüscher wurde ehrenvoll verabschiedet und der Nachfolger Marc Lindenmann begrüsst. Und schon bald gings – auch zum letzten Mal – zu Wurst und Wein unter die Arkaden.