Vertrauenskrise

Kein Geld mehr: Lenzburg muss Berater entlassen

Blick vom Schloss Lenzburg in Richtung Staufberg.

Blick vom Schloss Lenzburg in Richtung Staufberg.

Seit der Einwohnerrat «Lenzburg21», das Projekt der Verwaltungskonzentration, am 24. September zurückgewiesen hat, ist in der Lenzburger Politik kaum mehr etwas, wie es war. Es herrscht eine tiefe Vertrauenskrise. In der Phase des Scherben aufwischens macht der Stadtrat das, was er sonst ganz selten tut: Er publiziert eine ausführliche Medienmitteilung. «Rückweisung des Projektkredits führt zu personeller Trennung», heisst es über dem Schreiben, das gestern Nachmittag veröffentlicht wurde.

Es ist nicht ein Chefbeamter, der über die Klinge springen musst, sondern es sind die drei Berater des Projektes. Die Experten, denen in der Einwohnerratsdebatte einerseits der hohe Lohn («Tagesansatz von 2000 Franken») und andererseits die mangelnde fachliche Erfahrung («Keine Kenntnisse in öffentlichen Verwaltungen») vorgeworfen worden war.

Geld für Projektteam ist nicht mehr vorhanden

Die ungewöhnliche Massnahme ist auf Geldmangel zurückzuführen: Das fehlt, so lange, bis das Parlament neues bewilligt hat. «Der Planungskredit für das Projekt ‹Lenzburg21› ist ausgeschöpft», schreibt der Stadtrat. «Die finanziellen Mittel für die Fortsetzung des Projekts – und somit auch für die Finanzierung des Projektteams – sind nicht mehr vorhanden.» Daher trenne man sich mit Bedauern vom Projektteam «Lenzburg21». Stadtammann Daniel Mosimann dankt dem Team «für die zielführende Arbeit und die professionelle Vorgehensweise».

Stadtrat glaubt weiterhin voll an «Lenzburg21»

Der Stadtrat lässt keine Zweifel offen, dass das 5,9 Millionen Franken teure «Lenzburg21» in seinen Augen eine gute Sache ist. Er hält explizit «am Projektziel fest und ist überzeugt, dass der Umzug ins Hünerwadelhaus für die Bevölkerung und die Mitarbeitenden einen grossen Mehrwert darstellt». Daniel Mosimann sagt: «Der Stadtrat wird über das weitere Vorgehen beraten.» Es ist klar, dass es nicht ohne eine Aufstockung des Planungskredites gehen wird. «Der Stadtrat wird dem Einwohnerrat finanzielle Mittel beantragen, um die Rückweisung aufzuarbeiten und eine neue Vorlage auszuarbeiten», hatte Daniel Mosimann bereits in der AZ vom 30. September erklärt. (uhg)

Meistgesehen

Artboard 1