Lenzburg

Karate-Pioniere feiern Jubiläum

Die Mitglieder des Karate-Kais in Lenzburg mit einem Gasttrainer (vorne Mitte). Bild: zvg

Die Mitglieder des Karate-Kais in Lenzburg mit einem Gasttrainer (vorne Mitte). Bild: zvg

Vor 50 Jahren war der Karate-Kai in Lenzburg einer der ersten seiner Art in der Schweiz.

Am kommenden Wochenende feiert der Karate-Kai Lenzburg sein 50-Jahr-Jubiläum. Der Lenzburger Karate-Kai ist einer der ältesten Karatevereine der Schweiz, er wurde 1969 gegründet. Ruedi Ellenberger, OK-Präsident der Jubiläumsfeier, erklärt, wie der Verein entstanden ist: «Vor 50 Jahren war Karate in der Schweiz noch relativ unbekannt.

Die Gründungsmitglieder Otto Zimmerli und Rolf Hauri lernten die Kampfkunst in Winterthur kennen und entschieden sich, einen eigenen Verein in Lenzburg zu gründen. Sie baten den japanischen Kampfkünstler Shihan Sugimura, sie zu unterstützen und in Lenzburg zu unterrichten. Er wurde so zum Mitgründer des Karate-Kai.» Sugimura erlernte die Kampfkunst im Alter von 16 Jahren in seinem Heimatland.

Später wanderte er nach Kanada aus, bevor ihn sein Weg in die Schweiz führte. Sugimura unterrichtete bis vor einigen Jahren in Lenzburg und steht dem Verein heute vor allem in beratender Funktion zur Verfügung. «Dadurch, dass der Sensei über Jahre unser Cheftrainer war, wird in Lenzburg das ursprüngliche japanische Karate gelehrt», erklärt Ruedi Ellenberger.

Damit die Mitglieder weiterhin vom Wissen erfahrener Kampfkünstler profitieren können, lädt der Club regelmässig Gasttrainer aus Japan oder Deutschland nach Lenzburg ein. Karate kennt verschiedene Stilrichtungen, in Lenzburg wird der «Shotokan»-Stil praktiziert. Dies bedeutet unter anderem, dass die Karateschüler im Halbkontakt kämpfen. «Schläge ins Gesicht sind bei uns nicht erlaubt», so Ellenberger. «Wer beispielsweise bei einem Wettkampf das Gesicht des Gegners trifft, wird vom Kampf disqualifiziert.» Blaue Flecken und leichte Verletzungen könne es immer mal geben, was für einen Kampfsport jedoch nicht ungewöhnlich sei.

Gleich viele Frauen wie Männer im Verein

Der Lenzburger Verein zählt im Moment 80 Mitglieder. Eine Zahl, mit der man zufrieden ist, wie Ruedi Ellenberger sagt: «Karate ist eine Randsportart und in der Öffentlichkeit nicht sonderlich präsent. Unsere Mitgliederzahl blieb in den letzten Jahren konstant.» Der Frauen- und Männeranteil im Verein ist ausgeglichen. Zwei Mal pro Woche wird trainiert, für Kinder und Jugendliche zwischen 9 bis 12 Jahren gibt es eine eigene Gruppe. Mit 13 Jahren trainieren die Jugendlichen bereits mit den Erwachsenen. Auch an Wettkämpfen nehmen die Lenzburger Karatekas teil. «Momentan absolvieren wir nur kantonale Turniere», erklärt Ellenberger. Für die nationalen Wettkämpfe konnte man sich leider nicht klassifizieren. «Wir hatten aber auch schon Europameister, die bei uns trainiert haben, und einige waren sogar an den Weltmeisterschaften», so der OK-Präsident.

Anja Suter

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