Erich Renfer ist hart im Nehmen, es gibt nur wenig, das ihn aus der Fassung bringt. Doch die Erfahrungen als OK-Präsident des 110. Aargauer Kantonalschwingfestes haben ihn tief beeindruckt, gesteht er, der bis anhin mit Schwingen wenig am Hut hatte.

Am Tag nach dem Hosenlupf zieht Renfer eine erste Bilanz. Er spricht von grossartigen Wettbewerben, von einem friedlichen Fest, das heutzutage wohl in keiner andern Sportart mehr in dieser Form möglich sei und von einer unglaublichen Solidarität der Schwingergemeinde, die bei der Organisation tatkräftig mitangepackt habe. «85 Personen am Dienstag, ganze Familien, haben beim Aufbau vor Ort mitgeholfen. Sie hätten das sehen sollen», sagt er, Tage später noch mit grosser Begeisterung. Auch die Sponsorensuche habe sich einfacher gestaltet als auch schon. «Im Gegensatz zu andern Sportarten ist Schwingen halt nicht mit einem negativen Image behaftet.»

Zum Ziel der Veranstaltung für die Stadt sagt er: «Wir wollten für Lenzburg etwas Nachhaltiges schaffen.»

Mit dem Schwingfest untrennbar verbunden bleiben wohl die Wetterkapriolen an allen drei Tagen. Doch Schüler, Nachwuchsschwinger und am Sonntag die Aktiven, sowie mehrere tausend Festbesucher haben den zeitweise starken Regengüssen erfolgreich getrotzt. Der Stimmung auf dem Festplatz taten die meteorologischen Exzesse jedenfalls keinen Abbruch.

Ganz besonders freute sich der OK-Präsident über die ersten Versuche von fast 700 Schulkindern der Regionalschule Lenzburg im Sägemehl-Ring am Freitagnachmittag. «Es war richtig de Plausch.» Nicht einmal der Fussball vermöge Mädchen wie Jungs dermassen zu begeistern wie das Schwingen, ist der OK-Präsident überzeugt.

Ein Schwenk über das Gelände des Aargauer Kantonalschwingfests in Lenzburg.

Ein Schwenk über das Gelände des Aargauer Kantonalschwingfests in Lenzburg.

Als weiteren Höhepunkt sieht Erich Renfer die Flugshow mit den PC-7 der Swiss Air Force, welche ganz Lenzburg mobilisiert hat. «Welches Fest, ausser dem Freischaren-Manöver, bewegt soviel Leute auf den Gofi?», fragt er. Tatsächlich verfolgten viele Menschen auch vom Lenzburger Hausberg aus, wie die Flugzeuge über die Stadt hinweg donnerten, wild durcheinander wirbelten und mit Rauchschwaden atemberaubende Figuren in den Himmel zeichneten.

Davon wird man in Lenzburg ganz bestimmt noch lange sprechen. Die Festbesucher haben es den Organisatoren gedankt. «Ich habe viele Komplimente erhalten. Für meine Arbeit und die meiner OK-Kollegen. Das bin ich mir nicht gewohnt», sagt Renfer ungeniert. Die Freude des OK-Präsidenten trübt ein kleiner Wermutstropfen. «Ich hätte gerne tausend Besucher mehr gesehen auf Schützenmatte.» Am Sonntag sind 3600 gekommen.