Boniswil
Kanton weist das Gesuch für einen «Seeblick»-Begegnungsplatz ab

Grund: Der geplante Begegnungsplatz liegt innerhalb der Schutzzone des Hallwilersee-Schutzdekrets, Anlagen und Bauten dieser Art sind dort laut Kanton nicht zulässig. Der Verein Zukunft Boniswil akzeptiert Entscheid, will aber nicht aufgeben.

Pascal Meier
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Josef Högger auf dem Gelände des künftigen Begegnungsplatzes.

Josef Högger auf dem Gelände des künftigen Begegnungsplatzes.

Pascal Meier

Rückschlag für den jungen Verein Zukunft Boniswil: Dieser wollte unterhalb des früheren Ausflugsrestaurants «Seeblick» einen Platz mit Bäumen, Sträuchern, Steinen, Sitzbänken, Picknickplatz und spielerischen Elementen für Kinder bauen. Das Zielpublikum: Familien und Spaziergänger, die sich beim Wandern auf dem Seeweg eine Pause gönnen möchten. Der Begegnungsplatz sollte den beliebten Spielplatz des Restaurants Seeblick ersetzen. Das Wirtepaar Rita und Werner Schlegel hatte den Spielplatz drei Jahrzehnte lang unterhalten. Im vergangenen Sommer wurde er mit dem Restaurant geschlossen. Das ganze Areal soll überbaut werden.

Der Begegnungsplatz kann nicht gebaut werden. Das kantonale Baudepartement hat das Gesuch um einen Vorentscheid abgelehnt, wie der Verein Zukunft Boniswil mitteilt. Grund: Der geplante Begegnungsplatz liegt innerhalb der Schutzzone des Hallwilersee-Schutzdekrets, Anlagen und Bauten dieser Art sind dort laut Kanton nicht zulässig. Zudem gibt es laut Mitteilung ein «überwiegend öffentliches Interesse» an den hier ausgewiesenen Fruchtfolgeflächen in der Landwirtschaftszone.

Die Mitglieder des im September 2015 gegründeten Vereins sind enttäuscht, wollen den Entscheid aber akzeptieren. «Ein Weiterzug hat nach unserer Einschätzung praktisch keine Aussicht auf Erfolg, das würde nur Arbeit und Kosten verursachen», sagt Vereinspräsident Josef Högger.

Högger ist jedoch überzeugt, dass ein solcher Begegnungsplatz in Boniswil ein Bedürfnis ist. Er verweist auf eine Umfrage am Neuzuzügertag, wo der Verein in die Runde fragte, warum die Neuzuzüger nach Boniswil gezogen sind. «Die drei meistgenannten Antworten waren ‹die schöne Landschaft›, ‹gute Rahmenbedingungen für unsere Kinder› und ‹eine intakte Dorfgemeinschaft›», sagt Högger. «Es scheint ein Interesse an einem Begegnungsplatz zu geben.» Der Verein gibt deshalb nicht ganz auf: «Der Standort für einen solchen Platz zwischen Alliswil und Boniswil ist vom Tisch, nicht aber die Idee», geben sich die Projektinitianten Josef Högger und Stefanie Beeler optimistisch. Zum Projektteam gehören drei weitere Mütter, ein Fachmann für Naturgärten unterstützt das Team.

Terrassensiedlung wird nicht gebaut

Das kantonale Nein zum Begegnungsplatz ist der zweite Rückschlag für Boniswil innert kurzer Zeit. Vor einer Woche wurde bekannt, dass das Baudepartement den Gestaltungsplan Buchhübel/Bubenacker für das Areal des früheren «Seeblicks» sowie weitere Grundstücke in diesem Gebiet aufgehoben hat. Die geplante Terrassensiedlung anstelle des «Seeblicks» sowie ein Mehrfamilienhaus passen laut Kanton nicht in die Landschaft. Zudem sei das öffentliche Interesse an einer baulichen Verdichtung am Dorfeingang «nicht überdurchschnittlich hoch». Das Baudepartement gab damit einer Beschwerde eines Anwohners recht. Damit sind die geplanten Bauprojekte vom Tisch.

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