Seetal

Kanton entscheidet bis Ende Jahr, welche Bez geschlossen wird

(Symbolbild)

Der Regierungsrat entscheidet bis Ende 2017, welche Bezirksschule geschlossen wird.

(Symbolbild)

Die Bezirksschule Seengen, Seon oder Fahrwangen soll wegen tiefer Schülerzahlen aufgehoben werden. Der Regierungsrat fällt den Entscheid bis Ende 2017. Derweil kämpft Fahrwangen für den eigenen Standort. In Seon kommt das nicht gut an.

Welche Bezirksschule im Seetal wird bis 2022 aufgehoben? Jene der Kreisschule Oberes Seetal in Fahrwangen, zu der auch Meisterschwanden, Bettwil und Sarmenstorf gehören? Der Standort Seon mit Schülern aus Dürrenäsch? Oder die Bezirksschule Seengen, wo auch Bezler aus den Gemeinden Hallwil, Boniswil, Leutwil und Egliswil die Schulbank drücken?

Das muss das Bildungsdepartement von Alex Hürzeler entscheiden. Denn: Eine der drei Bezirksschulen im Seetal ist wegen tiefer Schülerzahlen zuviel. Eigentlich hätten die Gemeinden selber entscheiden sollen, wer in den sauren Apfel beisst.

Seetaler Bezirksschulen

Eine Arbeitsgruppe mit 24 Mitgliedern aus allen 11 betroffenen Gemeinden kam aber zum Schluss: Kein Standort will seine Schule opfern. Der Standort Fahrwangen sprach sich für die Schliessung der Bezirksschule Seon aus, Seon und Seengen für die Aufhebung von Fahrwangen. Die Arbeitsgruppe entschied deshalb, den Abschlussbericht mit der Situationsanalyse nach Aarau zu schicken. Der Regierungsrat soll aufgrund der gesammelten Daten entscheiden.

Das soll noch dieses Jahr geschehen. «Der Entscheid ist bis spätestens im 4. Quartal 2017 zu erwarten», sagt Simone Strub Larcher, Sprecherin des Bildungsdepartements, auf Anfrage. «Der Regierungsrat wird die von der Arbeitsgruppe eingereichten Varianten sorgfältig prüfen.» Derzeit warte man noch auf die Stellungnahme aller betroffenen Gemeinden. «Die Auswertung braucht dann etwas Zeit.»

Seon fühlt sich angegriffen

Der Seoner Gemeindeammann Heinz Bürki, der wie seine Kollegen in Seengen und Fahrwangen auf einen schnellen Entscheid drängt, begrüsst diesen Zeitplan. «Ich hätte mir bis Mitte 2017 Klarheit gewünscht, Ende Jahr ist aber auch gut.»

Weniger erfreut ist Bürki über Signale aus Fahrwangen. Die Kreisschule Oberes Seetal hat einen Brief mit dem Titel «Eine Region kämpft für ihre Bez» in alle Haushaltungen der vier Gemeinden verschickt. Im Schreiben erläutert der Fahrwanger Ammann Patrick Fischer als Präsident des Kreisschulvorstands, warum die Region für die Bezirksschule einstehen muss. «Die Bedeutung unserer Kreisschule ist für die Region nicht hoch genug einzuschätzen.» Die Schule funktioniere.

«Wird der Standort Fahrwangen aufgehoben, müssten zusätzliche Radwege zwischen den Standorten der Kreisschule und Seengen gebaut werden. Zudem arbeiten Fahrwangen, Meisterschwanden, Sarmenstorf und Bettwil in vielen Bereichen zusammen.» Die Gemeinden seien nicht nur geografisch eine Einheit.

Patrick Fischer argumentiert im Schrieben zudem, warum aus Sicht der Kreisschule der Standort Seon geschlossen werden soll. Das Einzugsgebiet der Bezirksschule Fahrwangen sei mit 8201 Einwohnern grösser als jenes von Seengen (8155) und Seon (6293). «Nicht einmal Gränichen mit 7621 Einwohnern konnte eine Bezirksschule unterhalten.»

Zudem seien die vier Gemeinden der Kreisschule Oberes Seetal seit 1996 um 34 Prozent gewachsen, Seon nur um 8 Prozent. Man könne deshalb davon ausgehen, dass die Schülerzahlen in Fahrwangen stärker wachsen als in Seon.

Auf Anfrage der az sagt Patrick Fischer zudem: «Wir haben lange diskutiert, ob wir von einem ‹Kampf› sprechen sollen. Wir wollen jedoch gegen aussen ein Zeichen setzen und die Bevölkerung einladen, sich auf der Internetseite der Kreisschule zu äussern. Da braucht es deutliche Worte.»

Worte, die in Seon nicht gut ankommen: «Ich habe Mühe damit, wenn man einander angreift», sagt Ammann Heinz Bürki. «Zudem wachsen auch wir stark, 2016 um 200 Personen auf 5140 Einwohner.» Seon plane keine Massnahmen, um für die Bez zu kämpfen. Ähnlich tönt es aus Seengen: «Wir warten den Entscheid des Regierungsrates ab», so Ammann Jörg Bruder. «Mit dem Abschlussbericht der Arbeitsgruppe liegen alle Fakten auf dem Tisch.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1