Hendschiken
Kampfwahl ums Ammann-Amt: SVP-Mann greift Urgestein an

Zwischen Daniel Lüem und Bruno Steiner kommt es zur Kampfwahl um das Ammann-Amt. Umkämpft sind auch das Amt des Vizeammanns und die fünf Plätze im Gemeinderat.

Jakob Weber
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Bruno Steiner will Daniel Lüem aus dem Ammann-Amt verdrängen.

Bruno Steiner will Daniel Lüem aus dem Ammann-Amt verdrängen.

ZVG/AZ

«Mit dieser Aktion polarisiere ich. Das ist mir klar», sagt Bruno Steiner (56). Der SVP-Ortspräsident ist seit mehr als 25 Jahren Brunnenmeister von Hendschiken. Zudem war in der Steuerkommission aktiv. Jetzt kandidiert Steiner nicht nur als Gemeinderat, sondern auch gleich als Ammann. Folglich gibt es am 24. September eine Kampfwahl zwischen Steiner und dem amtierenden Ammann Daniel Lüem (50).

«Ich will nicht weiter zuschauen, wie es bergab geht», sagt Steiner. Als Bürger sei er zu oft enttäuscht worden. «Viele Geschäfte, die ich bisher als Bürger in den Rat gebracht habe, wurden unzureichend umgesetzt oder gar ignoriert. Eine Bürgervertretung findet nicht statt. Das will ich ändern», sagt Steiner. Mit seiner Ehefrau Marianne hat der diplomierte Landwirt vier erwachsene Kinder.

Geht es nach dem Herausforderer, täte dem Hendschiker Gemeinderat eine Runderneuerung gut. «Daniel Lüem ist sehr geschickt und wortgewandt. Deswegen bekam er immer die nötige Dreiermehrheit zusammen. Im jetzigen Gemeinderat ist alles absehbar, die Automatismen sind festgefahren. Das ist nicht gut», sagt Steiner.

Für den seit 1998 amtierenden Ammann Lüem, der nun seine sechste Amtszeit anstrebt, ist Konkurrenz etwas Neues. Vor allem der Fakt, dass sich mit Steiner ein Mann von 0 auf 100 direkt für das höchste Amt im Dorf bewirbt, findet Lüem «spannend». «Es ist immer gut, wenn eine kleinere Gemeinde wie Hendschiken genügend Kandidaten hat, Aber die Aktion von Bruno Steiner hat mich schon überrascht», sagt Lüem.

In Panik verfällt Lüem deswegen aber nicht. «Erstens bin sehr gerne Ammann und zweitens, so meine ich, auch kein schlechter», antwortet Lüem auf die Frage, warum er die Kampfwahl gewinnt. Sollte er verlieren, ist Lüems politische Karriere in Hendschiken vorbei. «Nur Gemeinderat zu sein, kommt für mich nicht infrage. Wenn ich als Ammann abgewählt werde, trete ich auch als Gemeinderat zurück», sagt er.

Konkurrent Steiner rechnet sich durchaus Chancen auf einen Sieg aus. «Ich wünsche mir vor allem eine hohe Wahlbeteiligung. Seit ich vor 32 Jahren nach Hendschiken kam, hatten die Bürger nie eine Auswahl. Die Situation jetzt ist neu. Es ist schwer, vorherzusehen, was passiert», sagt Steiner.

Sieben Kandidaten für fünf Sitze

Im Hendschiker Gemeinderat kämpfen sieben Kandidaten um die fünf Sitze. Neben Steiner und Lüem stehen auch Peter Kuster (42, SVP, neu), Susanne Hofmann-Schneider (51, parteilos, neu), Rosmarie Mutti-Wechsler (52, parteilos, neu) und die beiden Bisherigen Sabina Vögtli-Fischer (55, SP) und Wolfram Burgy (48, SVP) als Gemeinderat zur Wahl. Fischer und Burgy bewerben sich zudem um das Amt des Vizeammanns.