Lenzburg
Kampf um Erhalt des Maschinenbaus

Berufsschule sichert sich Unterstützung der Lehrfirmen für die Beibehaltung des Kompetenzzentrums

Fritz Thut
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An der Berufsschule Lenzburg werden Lernende aus dem Bereich Maschinenbau in modernen Werkstätten ausgebildet.

An der Berufsschule Lenzburg werden Lernende aus dem Bereich Maschinenbau in modernen Werkstätten ausgebildet.

zvg/bsl

Die geplante Neusortierung der Standorte der Sekundarstufe II im Aargau hat die Verantwortlichen der Berufsschulen viel Nerven gekostet. Und die Hektik ist noch nicht vorbei, da die genaue Zuteilung von Berufsfeldern an die einzelnen Standorte noch fehlt. Die Berufsschule Lenzburg (BSL) unterstreicht Willen und Notwendigkeit, auch in Zukunft Ausbildungsort der Maschinenbauberufe zu sein.

Dabei haben sich die Schulverantwortlichen Unterstützung beim Berufsverband und allen Lehrbetrieben geholt. Die Sektion Aargau von Swissmechanic hält in einem Schreiben an Bildungsdirektor Alex Hürzeler fest: «Der Standort Lenzburg ist für uns unter allen Umständen beizubehalten und auszubauen.»

Unterstützung vom Verband

Gründe für diese Forderung werden zahlreiche genannt. Lenzburg liege zentral und verfüge über «hervorragende Infrastrukturen und kompetente Lehrpersonen». Swissmechanic Aargau habe «in den vergangenen Jahren sehr grosse Investitionen in modernste Maschinen für die Ausbildung» getätigt. Zudem habe der nationale Verband erst kürzlich seine Höhere Fachausbildung der BSL übertragen.

Wie der kantonale Verband weisen auch die verschiedenen Lehrbetriebe, die Maschinenbau-Lehrlinge an die Berufsschule Lenzburg schicken, auf die Tatsache hin, dass sie für die Bildung von Kompetenzzentren sind. Für den Aargau erachten sie die Zahl zwei als ideal. «Die Konzentration der Ausbildungen im Maschinenbau an den zwei Standorten Lenzburg und Baden ist aus qualitativer, ökonomischer und innovativer Sicht richtig und zwingend.» Unterschrieben ist dieser Brief, der auch an Regierungsrat Hürzeler gerichtet ist, von Verantwortlichen von 19 Firmen, die momentan 197 Lernende an die BSL entsenden.

Angriff aus Zofingen

Angesichts der unbestreitbaren Vorzüge des Standortes Lenzburg überrascht die Hyperaktivität der Verantwortlichen im Vorfeld der Grossratsdebatte und der nachfolgenden Detailentscheidungen des Regierungsrates ein wenig. Doch es gibt einen konkreten Auslöser: «Aus unserer Sicht macht es Sinn, die Berufsgruppe Maschinenbau auf die zwei Standorte Zofingen und Baden zu konzentrieren», wird Roger Meier, der Rektor der Berufs- und Weiterbildung Zofingen, im «Zofinger Tagblatt» vom 30. April zitiert. Diese Stimmungsmache will man in Lenzburg nicht unquittiert lassen: «Für uns ist der Maschinenbau von zentraler Bedeutung. Deshalb wollen wir unsere Vorteile, insbesondere die modernst ausgerüsteten Kurswerkstätten, ebenfalls herausstreichen», hält Ruedi Suter, Rektor der Berufsschule Lenzburg, auf Anfrage fest.