Schafisheim
Kampf gegen Vorurteile: Logistiker ist mehr als nur Ein- und Ausladen

Logistiker ist mehr als nur das Ein- und Ausladen von Gütern – ein Rundgang bei der Lagerhäuser Aarau AG.

Markus Christen
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Mario Spathelf aus Möriken absolviert seine Lehre zum Logistiker bei der Lagerhäuser Aarau AG.

Mario Spathelf aus Möriken absolviert seine Lehre zum Logistiker bei der Lagerhäuser Aarau AG.

Als es galt, die Weichen für die Zukunft zu stellen und sich für einen Berufsweg zu entscheiden, trat Mario Spathelf mit der Lagerhäuser Aarau AG in Kontakt. Das 140-jährige Logistikunternehmen freute sich, dem Realschüler aus Möriken während einer Schnupperwoche den Betrieb vorstellen zu dürfen.

Und nach fünf aufschlussreichen Tagen im Logistikcenter Schafisheim waren die Würfel gefallen. «Ich habe eine gute Erfahrung gemacht. Man hat für mich geschaut, mir alles erklärt. Ich fühlte mich von den Mitarbeitern gut aufgehoben im Betrieb», sagt Mario Spathelf auf einem Rundgang durch die riesigen Hallen am Aegerten 1 in Schafisheim, in denen die unterschiedlichsten Produkte vom Birchermüesli bis zum voluminösen Plastikkanister in schwindelerregende Höhen geschichtet stehen.

Inzwischen befindet sich der 18-jährige angehende Logistiker in seinem zweiten von insgesamt drei Lehrjahren. Zu Beginn, so sagt er, sei die Arbeit eine grosse Herausforderung gewesen.

«Es fehlte vor allem das Gefühl für die Maschinen und die Stapelfahrzeuge, die man bedienen muss.» In den überbetrieblichen Kursen, die er neben der Berufsschule besucht, entwickelte Mario Spathelf das benötigte Feingefühl.

Welchen Weg er nach der Lehre einschlägt, steht noch nicht fest. Am Beruf des Logistikers schätzt Spathelf die Verantwortung, die er trägt, damit die Distributionsabläufe einwandfrei funktionieren. Er kann sich aber auch vorstellen, nach der Rekrutenschule im Büro zu arbeiten.

Routinemässige Teamversammlung im Logistikcenter Schafisheim
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Parkplatz der Stapelfahrzeuge
Mehrere Dutzend Gates sind im Logistikcenter Schafisheim für den Lastwagenbelad eingerichtet
Mario Spathelf absolviert seine Lehre zum Logistiker bei der Lagerhäuser Aarau AG
Im Logistikcenter Schafisheim werden auch die Verkaufspackungen zubereitet
Igor Galovic ist Lagerleiter bei der Lagerhäuser Aarau AG
Eine grosse Entwicklung hat die computergesteuerte Technik im Logistikbetrieb in den vergangenen Jahren erlebt
Die unterschiedlichsten Produkte werden im Logistikcenter Schafisheim gelagert
Die Gabelstapelfahrer bewegen die Güter mit ihren gelb-schwarzen Fahrzeugen punktgenau an ihren jeweiligen Bestimmungsort
Beat Bolzhauser, Geschäftsführer der Lagerhäuser Aarau AG, in seinem Büro
Die auffällige Fassade des Logistikcenters in Schafisheim
Bei der Kommissionierung werden die Kundenpaletten wunschgerecht beladen

Routinemässige Teamversammlung im Logistikcenter Schafisheim

Markus Christen

Vielseitigkeit und Teamgeist

Einige Vorurteile würden dem Logistikberuf anhaften, sagt Igor Galovic. Er ist Lagerleiter im Logistikcenter. «Oft wird gedacht, die Tätigkeit beschränke sich auf das Ein- und Ausladen von Warengütern.» Allerdings seien die Anforderungen viel weiterreichender, so Galovic.

«Von den Mitarbeitern wird Vielseitigkeit und Teamgeist gefordert. Wichtig ist, dass sie mitdenken und dazu beitragen, die ineinandergreifenden Lagerungsprozesse stetig zu verbessern.»

Und als sollten diese Erläuterungen unterstrichen werden, versammelt sich in Halle 6 ein Team des Logistikcenters zur routinemässigen Besprechung. Einige Zeit später schwärmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren gelb-schwarzen Staplern aus und wer nun den Blick schweifen lässt durch die Lagerräume und über die Laderampen hinweg, meint einen Bienenstaat in Menschenformat zu beobachten.

Das Herz des Logistikstandortes

Zielgerichtet, punktgenau und schnörkellos verlaufen die Warenverschiebungen. Bis zu 100 Lastwagen pro Tag docken an die dutzenden Laderampen in Schafisheim an, um die Bäuche ihrer Anhänger zu leeren oder zu füllen. Mit ihrer Übersicht und unterstützt durch raffinierte Computerprogramme garantieren die Logistiker einen reibungslosen Ablauf des Warenumschlages. Sie sind, so könnte man sagen, das Herz des Logistikstandortes, das die Betriebstemperatur der Lagerhäuser hochhält.

Auch aus diesem Grund legt Beat Bolzhauser, Geschäftsführer der Lagerhäuser Aarau AG, viel Wert auf die Ausbildung künftiger Fachkräfte. Unter seiner Führung wurde die Anzahl an Lehrlingen erweitert, wobei insbesondere auch das Gefühl der Zugehörigkeit zum Unternehmen gestützt werden soll. Dieses sei, so Bolzhauser, ein hohes Gut, da die Erfahrungswerte der Mitarbeiter massgeblich zum Erfolg des Unternehmens beitragen würden.

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