Seon
Kampf gegen Neophyten – Anwohner sollen besser sensibilisiert werden

Die Gemeinde Seon will schädliche Eindringlinge besser bekämpfen. Dafür müssen die Bewohner jedoch sensibilisieren.

Anja Suter
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Weg damit. Die Gemeinde Seon will Neophyten besser bekämpfen.

Weg damit. Die Gemeinde Seon will Neophyten besser bekämpfen.

Sandra Ardizzone

Sieben verschiedene Pflanzen sind auf dem Faltblatt abgebildet, das die Seener Bevölkerung vor rund zwei Wochen zugestellt bekommen hat. Das Flugblatt soll die Bevölkerung auf ein schon jahrelang bestehendes Problem aufmerksam machen: die invasiven Neophyten. Dabei handelt es sich um gebietsfremde Pflanzen, die absichtlich oder unabsichtlich aus fremden Gebieten eingeführt wurden.

Die Pflanzen vermehren sich stark und verdrängen oftmals einheimische Gewächse. Ein weiteres Problem ergibt sich für die Bauern, wie Gemeinderätin Andrea Hollinger, die das Ressort Naturschutz betreut, erklärt. «Die Pflanzen sind nicht nur im Wald oder in den heimischen Gärten, sie vermehren sich auch oftmals auf dem Kulturland der Bauern. Dadurch wird das Futter für die Kühe minderwertiger.»

Aktionstage brachten wenig Erfolg

Die Bauern spüren die Auswirkungen der Neophyten schon heute, wie Hollinger erklärt: «Ein Bauer aus dem Dorf erzählte mir, dass er, bevor er seine Wiese mähen konnte, zuerst zwei Stunden damit beschäftigt war Neophyten zu entfernen.» Es sei bereits das zweite Mal, dass man ein Flugblatt an die Bevölkerung verteile, so Hollinger.

Eine ähnliche Ausführung der Information wurde schon 2016 an die Haushalte verschickt. Auch Aktionstage, an denen man mit Freiwilligen die Pflanzen bekämpfte, wurden veranstaltet. Diese hatten jedoch meist keinen grossen Zulauf. Mit einem weiteren Flugblatt wolle man die Bevölkerung dazu animieren, die eigenen Gärten zu kontrollieren.

Denn genau dort finden sich diverse Neophyten-Arten. «Wichtig ist es, dass die Neophyten mitsamt der Wurzel entfernt und nicht bloss abgeschnitten werden», erklärt Hollinger. Zusätzlich darf die Pflanze auf keinen Fall im Kompost entsorgt werden, sondern muss in Kehrichtsäcke gefüllt und zur nächsten Verbrennungsanlage gebracht werden.

Bauamt bietet Unterstützung

Bei Unklarheiten oder Unsicherheiten betreffend die Pflanzen kann jederzeit das Seener Bauamt konsultiert werden sagt die Gemeinderätin: «Es ist angedacht, dass das Bauamt den Seener Bürgern beratend zur Seite steht. Die Mitarbeitenden wissen genau, wie die Neophyten zu erkennen sind und wie man sie am besten entfernt.» Im Zweifelsfall kann das Bauamt die Situation auch vor Ort begutachten.

Einige invasive Arten wurde beim Rundgang durch die Gemeinde besonders häufig entdeckt. «Das Kanadische Berufkraut ist zahlreich vorhanden – genauso wie der Sommerflieder», so Andrea Hollinger. Ein Problem stellt auch das Einjährige Berufkraut dar.

Es wurde ursprünglich von Gärtnereien als Schnittblume eingeführt und ist hübsch anzusehen. Trotzdem muss es entfernt werden, um einheimische Pflanzenarten zu schützen.