Dass es der aus beruflichen Gründen beredte Stabschef Peter Buri mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, gehört zur höchst vergnüglichen Tradition. Die Freischaren erweisen sich post festum regelmässig als Maulhelden. Auf der verzweifelten Suche nach immer neuen «Geheimwaffen» ist die keineswegs geniale Generalität diesmal in die Gefilde politischer Rankünen geraten. Eigentlich nicht verwunderlich, nehmen die Sprücheklopfer für den angestrebten Triumph einen gewissen Trump zum Vorbild.

So war es für Kadetten-Stabschef Stefan Regli ein Leichtes, in einer fulminanten Gegenrede den Kontrahenten der bewussten Verbreitung von Fake-News zu bezichtigen: «Nach so viel Schaumschlägerei ist es höchste Zeit, wieder auf den Boden der Realität zu kommen und die Aufmerksamkeit den wahren Siegern vom Manöver zu widmen.» Das Freischarencorps werde auch am Freitag, dem 13. Juli 2018, «kläglich scheitern.» Da hat Regli recht: Die Kadetten gehen seit Jahrhunderten so oder so als Sieger aus den Scharmützeln auf der Schützenmatte hervor, weil die Tradition es so vorschreibt.

Zur Aufrüstung beider Seiten gehört neuerdings auch eine raffinierte Personalpolitik. So entlastet sich der heillos überlastete Freischarenführer Stephan Gurini von seinem Doppel-Mandat als Generalissimus und Freischaren-Comissionspräsident, indem er ausgerechnet den Erzfeind, Kadettenchef Stefan Regli, zum Nachfolger im Präsidium auserwählt hat. Damit nicht genug, ist dieser erst noch ein Staufner, der jetzt mit zusätzlicher Verantwortung geschwächt werden soll.

Nicht verlegen, wird im nächsten Schachzug bei den Kadetten eine Charmeoffensive eröffnet, indem Carole Kliem zur Adjutantin des Kadettencorps ernannt wird, als waschechte Lenzburgerin ehemalige Kadetten-Zugführerin, Turnerin und Klarinettistin bei der Freischarenmusik, welche jetzt den Kadetten den Marsch blasen soll. Auch in vielen weiteren Chargen wird hüben und drüben die junge Generation gefördert, wobei bei manchen nur der Vorname ändert. Auch der designierte Nachfolger des Freischaren-Stabschefs, Thomas Steinmann, gehört zum Adel. Die landesweit einmalige Lenzburger Jugendfest-Tradition der Freischaren ist damit weiterhin sturmsicher verwurzelt.

Garantiert keine Fake News ist die Tatsache, dass «Honolulu 2018» von einer hochprofessionellen Filmcrew verewigt wird. Sie dokumentierte den Auftakt mit dem Rapport, welcher von über 100 Akteuren, Behördenvertretern und Gönnern im «Ochsen» besucht war.