Noch bis 21. Oktober liegt auf der Gemeindekanzlei Möriken-Wildegg das Baugesuch für bauliche Massnahmen am bestehenden Kohlenmühlegebäude der JCF auf. Diese Arbeiten sind notwendig, weil dort eine Pyrolyse-Anlage eingebaut werden soll.

Die von der Firma Eco-Resh, Waltenschwil, geplante Anlage dient der Verwertung von heizwertreichen Reststoffen aus dem Schredderbetrieb, kurz Resh genannt. Bei der Pyrolyse von Resh entstehen Gas, Öl und Koks, die als Alternativbrennstoffe und Rohstoffersatz in der Zementherstellung verwendet werden können.

Die zwei geplanten Pyrolyse-Reaktoren werden mit Resh-Pellets «gefüttert», welche in Waltenschwil auf dem Gelände der Wiederkehr Recycling AG hergestellt und per Bahn oder Lastwagen angeliefert werden. Sie enthalten das, was bei der Verwertung von alten Autos nach Entfernung aller Metallteile übrig bleibt. Dank der räumlichen Nähe der Pyrolyseanlage zum Zementofen können die Pyrolyse-Produkte direkt in den Zementofen eingespeist werden, Transport und Zwischenlagerung sind überflüssig. Die Resh-Pellets selber werden im bestehenden Kohlenstaubbunker mit einem Volumen von 250 Kubikmetern zwischengelagert und von dort aus kontinuierlich dem Pyrolyse-Prozess zugeführt.

Alternativbrennstoff statt Kohle

Die aus dem Pyrolyse-Prozess resultierenden Öle und Gase können uneingeschränkt eingesetzt werden und sind sogar schadstoffärmer als Kohle. Sie ersetzen jährlich rund 15 000 Tonnen Kohle, die sonst aus Südafrika eingeführt werden müssten. Das ist rund die Hälfte der Menge, die gegenwärtig eingeführt wird. Mit den Pyrolyse-Produkten reduziert sich der Anteil der Kohle am Gesamtverbrauch von bisher 25 Prozent auf rund die Hälfte. Alternativbrennstoffe sind unter anderem Pneus, Kunststoffschnitzel, Altöl, sterilisiertes Fleischmehl, Klärschlamm und Lösungsmittel.

Als Abfallprodukt aus dem Pyrolyse-Prozess resultiert Koks. Dieses enthält Schwermetalle in einer Menge, welche die Vorgaben nach der «Zementrichtlinie» überschreitet und in den Zementöfen der Schweiz nicht verwendet werden darf. Der Koks wird deshalb in Containern gesammelt und zur weiteren Aufbereitung abtransportiert.

Weniger CO2 in der Luft

Die Umweltverträglichkeitsprüfung hat ergeben, dass die Umweltauswirkungen insgesamt gering sind. Insgesamt wird sogar CO2 eingespart, weil die Resh-Pellets sowieso verbrannt werden müssten. Statt in einer Abfallverbrennungsanlage werden sie im Zementofen verbrannt, die Verbrennung von Kohle fällt dadurch weg. Weiteres CO2 wird durch den Wegfall des Transports aus Südafrika eingespart.