Jungunternehmer
Mit Sirup zum Unternehmer – diese Kantischüler machen ein Geschäft aus der Super-Beere Aronia

Mit Kollegen produziert Kanti-Schüler Dominik Hidber aus Seengen Sirup aus der Aroniabeere, die im Garten seines Elternhauses wächst.

Flurina Dünki
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V.l. Lukas Oetiker, Yannick Herzig, Dominik Hidber, Chris Lehmann, Lucas Müller und Jonas Zehnder.

V.l. Lukas Oetiker, Yannick Herzig, Dominik Hidber, Chris Lehmann, Lucas Müller und Jonas Zehnder.

Zvg / Aargauer Zeitung

Aronia Royal, Aronia Mexican Devil, Gin Aronia: Welchem Drink ist der Chef besonders zugetan? Dominik Hidber überlegt kurz, antwortet dann sehr diplomatisch: «Offiziell bevorzuge ich den alkoholfreien Aroniapunch».

Die Diplomatie hat ihren Grund: Die Spielregeln verbieten den Teilnehmern am Jungunternehmer-Projekt der Alten Kanti alkoholische Erzeugnisse zu produzieren. Im Aronia-Sirup, dem Ursprungsprodukt, ist nichts Geistiges drin. Doch Hidber und seine Mitstreiter sind gewiefte Vermarkter, wenn es um den Absatz des süssen Getränks geht. Auf der Website www.sironia.ch zeigen sie selbst gemachte Rezepte für eine Verwendung mit und ohne Alkohol.

Die 900 Flaschen sind grösstenteils verkauft

Sie, das sind nebst Dominik Hidber fünf Kollegen aus Aarau, Beinwil am See, Frick, Seengen und Suhr der 3. Klasse der Alten Kantonsschule in Aarau. Die Jungs haben das Mini-Unternehmen Sironia gegründet, produzieren aus der Aroniabeere Sirup, und verkaufen ihn.

Der 17-jährige Chef ist bisher zufrieden. «900 Flaschen à fünf Deziliter haben wir herstellen lassen. Sie sind grösstenteils verkauft.» Nachschub könne jederzeit produziert werden. Sironia ist ein Projekt von «Young Enterprise Switzerland» (YES), mit dem die Schülerinnen und Schüler praxisorientiertes Arbeiten trainieren.

Keine Simulation, knallhartes Wirtschaften ist angesagt: Die Produkte sind echt, ebenso die Kunden und das Geld. Die Selbstständigkeit ist harte Knochenarbeit. Das erfahren die jungen Männer am eigenen Leib. «Nebst der Schule wenden wir rund einen Tag pro Woche für die Firma auf», sagt Hidber. Verglichen damit war die Findung des Produkts etwas einfacher: Die Aroniabeere wächst im Garten von Familie Hidber. Allerdings längst nicht in einer ausreichenden Menge.

Die Beeren für den Sirup stammen aus einem Bioanbau im Freiamt, produziert wird in der sozialen Einrichtung Dietisberg im Baselland, der fertige Sirup wird in recycelbare Glasflaschen abgefüllt. «Sozial. Lokal. Natürlich.», umschreibt die Firma ihr Produkt, das auch über die Website bestellt werden kann.