Seit August hat die Stadt Lenzburg zwei neue Jugendarbeiter: Eveline Zeder und Benjamin Pfeuti. In der Zwischenzeit haben sich die beiden mit dem «Betrieb» vertraut gemacht, sich bei den Schülerinnen und Schülern vorgestellt. «Jetzt plangen wir darauf, endlich mit den Jugendlichen arbeiten zu können», sagt Eveline Zeder.

Die zwei neuen Jugendarbeiter kennen sich seit der Jugendzeit. Sie sind beide in Buchs aufgewachsen. Jetzt teilen sie sich das 120-Prozent-Pensum der Jugendarbeit in Lenzburg je zur Hälfte. Eveline Zeder ist 30 Jahre alt, Mutter von zwei Kindern und kommt aus Suhr. Sie hat Sozialarbeit studiert und bringt Erfahrung in der Jugendarbeit in Ober- und Unterentfelden sowie in Suhr mit. «Mit gefällt die Vielseitigkeit der Jugendarbeit. Man kann sich kreativ ausdrücken, aber auch tiefgründig arbeiten.»

Der zwei Jahre ältere Pfeuti ist Vater von ebenfalls zwei Kindern und wohnt in Rupperswil. Er hat Betriebswirtschaft studiert mit Schwerpunkt in Nonprofit-Management. Pfeuti ist in Lenzburg kein Unbekannter. Er hat als Projektleiter bei der Dachorganisation Ideesport den Aufbau von «Midnight-Sports», bei dem sich Jugendliche samstags zu sportlichen Aktivitäten treffen, extern betreut. Mit dem neuen Job in Lenzburg verlässt Beni Pfeuti nach eigenen Angaben den bisher eher «schreibtischlastigen Job» und wird erstmals in der aktiven Jugendarbeit tätig.

In den vergangenen Monaten ist die Lenzburger Jugendarbeit etwas auf Sparflamme gelaufen. Kathrin Wohlgemuth, welche die Jugendarbeit in den vergangenen sieben Jahren geleitet und ausgebaut hat, ist neue Wege gegangen. Vor fünf Jahren ist die Jugendarbeit in Lenzburg von 50 auf 120 Prozent ausgebaut worden. Dieser Ausbau war eine «Frucht» des Generationen-Filmprojekts «Lenzburg 9-99», bei dem sie zu Beginn ihrer Anstellung mitwirkte. Das Projekt ergab, dass die Jungen mehr eigene Angebote und Räume wünschen.

Vertrauenspersonen für Junge

Finanziert wird die Jugendarbeit «vollständig von der Stadt Lenzburg», erklärt die für das Ressort Jugend zuständige Stadträtin Heidi Berner. Kostenpunkt: Jährlich über 150 000 Franken. Auch wenn die Nachbargemeinden es abgelehnt haben, sich an den Kosten zu beteiligen, so würden Jugendliche aus den Nachbardörfern aus den Angeboten nicht ausgeschlossen, sagt Berner. Dabei geht es vor allem um jene 12- bis 18-Jährigen, welche in Lenzburg in die Oberstufe zur Schule gehen und so das Programm Jugendarbeit kennen.

Die zwei neuen Jugendarbeiter treffen auf ein gut aufgestelltes Freizeitprogramm für die Lenzburger Jugend. Zu den fixen Programmpunkten gehören der Jugendtreff im Tommasini, jeweils mittwochs und freitags, sowie «Midgnight-Sports» am Samstag in der Doppelturnhalle im Schulcampus Lenzhard.

Die Programme mit den neuen Daten sind bereits gedruckt und verteilt worden. Zeder und Pfeuti wollen aber auch neue Aktivitäten entwickeln. Gemeinsam mit den Jugendlichen. «Sie sollen ihre Ideen einbringen und diese mit unserer Unterstützung selber umsetzen können», sagt Pfeuti. Auch Gesprächspartner und Vertrauenspersonen wollen die zwei neuen Jugendarbeiter für jungen Menschen sein. «Wir sind flexibel und werden uns nach den Bedürfnissen der Jugendlichen richten und nicht einfach nur da sein, wenn es uns in den Kram passt.»

Die Ende Jahr aus dem Amt scheidende Stadträtin Heidi Berner ist zufrieden mit der neuen Personallösung: «Wir wollten die Jugendarbeit wieder mit einer Frau und einem Mann besetzen.»