Lenzburg
Jugendliche schnuppern Filmluft – mit einem eigenen Kurzfilm

Mit professioneller Hilfe haben Jugendliche einen Film über die Jugendarbeit gedreht. Dieser zeigt, dass bei den Jugendtreffs nicht nur «getöggelt» wird.

Lee Müller
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Szene aus dem im Mai produzierten Imagefilm: Jugendliche präsentieren dievielfältigen Angebote des Lenzburger Jugendtreffs.Screenshot

Szene aus dem im Mai produzierten Imagefilm: Jugendliche präsentieren dievielfältigen Angebote des Lenzburger Jugendtreffs.Screenshot

Das Büro von Kathrin Wohlgemuth, Leiterin des Jugendtreffs in Lenzburg, ist voll mit Werbeplakaten für die Sackgeldbörse und langen To-do-Listen. Mit den Jugendlichen «Töggele» und Partys schmeissen – dies sei leider ein verbreitetes Bild der Jugendarbeit, sagt Wohlgemuth; dabei stecke viel mehr dahinter. «Als wir vor ein paar Monaten dem Einwohnerrat vorstellen mussten, was wir alles organisieren, kam ich auf die Idee, einen Film zu drehen. Bilder sind schliesslich die beste Sprache.»

Mit dem Kurzfilm will der Jugendtreff informieren, was wirklich alles für und mit der Jugend in Lenzburg unternommen wird. Das Video sei nicht nur zu Werbezwecken gedacht, betont Wohlgemuth. Vielmehr stand das Ziel im Vordergrund, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, mitzureden: «Partizipation ist das Wichtigste bei uns. Gelungene Projekte zeichnen sich dadurch aus, dass alle etwas beisteuern können.» So sind im Film denn auch ausschliesslich Jugendliche zu sehen, die mit Mikrofon und Filmkamera ausgestattet, Interviews führen. Roy Buschbaum, der bereits das Peopletalk-Filmprojekt «Lenzburg 9-99» begleitete, stellte sich der Jugendarbeit als kompetenter Partner zur Verfügung.

Zur Vorbereitung entwickelten die Jugendlichen interessante Fragen und bekamen professionelle Tipps im Umgang mit der Kamera. Laouand Baro, der im Film mitgewirkt hat, gesteht: «Anfangs war ich etwas nervös, aber sonst ist eigentlich alles gut gelaufen.» «Eigentlich?» «Einmal haben wir fast eine Kamera kaputtgemacht», erzählt er lachend, «aber solche Missgeschicke passieren halt einfach.» Spass sei schliesslich das Wichtigste, und so gab es keine grossen Probleme, die Jugendlichen zu motivieren.

Auch beim Publikum komme der Film gut an, sagt Wohlgemuth, man müsse jedoch realistisch bleiben. Jetzt sei der Effekt des Filmes gross, da sich die Jugendlichen untereinander wiedererkennen. In vier Jahren werde das nicht mehr der Fall sein. «Das ist jedoch gerade das Interessante», meint Kathrin Wohlgemuth, «wir befinden uns stets im Wandel, und das macht die Jugendarbeit aus.»