Die Lenzburger setzten bei der gestrigen Stadtratswahl nicht auf die Karte Frau, sondern auf die Karte Jugend. Zudem zeigte der bürgerliche Schulterschluss von SVP und FDP Wirkung: Ihre Kandidaten Martin Stücheli (SVP) und Martin Steinmann sowie Andreas Schmid (FDP) hatten im Vorfeld gemeinsam vom Werbeplakat gelächelt. Das sind wohl zwei Hauptgründe, die dem 29-jährigen freisinnigen Andreas Schmid den Weg in den Lenzburger Stadtrat ebneten. Schmid nicht zum Nachteil gereicht haben dürfte zudem, dass er als Leiter Sozialhilfe beim Amt für soziale Sicherheit im Kanton Solothurn bereits mit der Materie vertraut ist, die wohl auch in Lenzburg mit dem vakanten Ressort «Soziales» auf ihn warten dürfte. Der Stimmen-Vorsprung auf die Mitbewerber, SP-Frau Beatrice Burgherr und GLP-Mann Beat Hiller, ist auf jeden Fall deutlich.

Etwas enttäuscht sein dürften die Roten der Stadt Lenzburg. Das taktische Manöver mit Quereinsteigerin Beatrice Burgherr zahlte sich für die wählerstärkste Partei der letzten Grossratswahlen nicht aus. Verliererin Burgherr zeigte sich jedoch verständnisvoll gegenüber dem Entscheid: «Im 21. Jahrhundert hätte ich mir zwar eine zweite Frau im Stadtrat gewünscht. Ich freue mich jedoch, dass die Jugend eine Chance erhält.»

Entgegen den Befürchtungen gewisser Kreise wurden alle Bisherigen wiedergewählt. Auffällig ist jedoch der grosse Stimmenunterschied von den Spitzenreitern Möhl und Mosimann (Stadträte), zu den übrigen Steinmann und Stücheli.