Boniswil

Jetzt werden in der alten Schmiede Nägel mit Köpfen gemacht

Seit 2015 wird über das Schicksal der alten Schmiede diskutiert. Bild: Anja Suter

Seit 2015 wird über das Schicksal der alten Schmiede diskutiert. Bild: Anja Suter

Nach jahrelanger Kontroverse soll die Liegenschaft in Boniswil noch in diesem Jahr saniert werden.

Das Ergebnis in der Referendumsabstimmung über die Sanierung der alten Schmiede im vergangenen November ist mit 258 Ja- zu 256 Nein-Stimmen denkbar knapp ausgefallen. Damit fand eine jahrelange Odyssee um das baufällige Haus in Boniswil ein vorläufiges Ende.

2015 wollte der Gemeinderat die Schmiede abreissen lassen. Dies wurde damals vom Souverän klar abgelehnt. Angenommen wurde jedoch ein Nutzungskonzept an der Wintergmeind ein Jahr später. Es sah vor, die alte Schmiede in einen Buswarteraum umzubauen.

Doch nicht nur das: Die alten Werkzeuge wie Ambosse und Esse sollten hinter einer Glaswand Platz finden. Kostenpunkt für das Projekt: 100'000 Franken. Der Swisslos-Fonds sicherte der Gemeinde für das ursprüngliche Projekt einen Beitrag von 50'000 Franken zu.

Gegen den Entscheid wurde das Referendum ergriffen und so schickten die Boniswiler die Diskussion in die nächste Runde. An der Sommergmeind 2019 wagte der Gemeinderat den nächsten Versuch und präsentierte eine finanziell abgespeckte Variante. Diese wurde vom Souverän mit 36 zu 13 Stimmen angenommen. Doch auch dieser Entscheid zog wieder ein Referendum nach sich, dieses wurde jedoch im vergangenen November knapp abgelehnt.

Projektkritiker in der Arbeitsgruppe

Somit ist klar: Die alte Schmiede wird saniert. Dies jedoch mit einem geringeren Budget als vor rund drei Jahren vorgesehen. Ein Gemeindeanteil von 40'000 Franken wurde an der Gemeindeversammlung 2019 bewilligt. Hinzu kommen noch Beiträge vom Kanton aus dem Swisslos-Fonds.

«Wir können mit einem Betrag von 40'000 Franken rechnen», erklärt der zuständige Gemeinderat Rainer Sommerhalder. Klar festgelegt sei der Betrag jedoch noch nicht, man sei zur Zeit noch im Gespräch mit dem Kanton. «Boniswil hofft, dass sich der Betrag noch um einige Tausend Franken erhöhen wird», so Sommerhalder.

Für die Sanierung wurde eine Arbeitsgruppe gebildet. Das Spezielle dabei: In der Arbeitsgruppe befinden sich auch frühere Gegner des Projektes. «Mir war es wichtig, dass wir Personen mit dabei haben, die dem Projekt nicht nur positiv gegenüber stehen», sagt Gemeinderat Sommerhalder.

Das Konzept der Arbeitsgruppe habe sich bewährt

Somit sei auch der Gemeinderat mehr herausgefordert, vor allem bei dem knappen Budget. «Ziel ist es, dass wir den Kredit um keinen Franken überziehen», so Sommerhalder. Mit dem ehemaligen Staufner Gemeindeammann Richard Zuckschwerdt nehme ausserdem ein ausgewiesener Fachmann für die Sanierung historischer Gebäude Einsitz in der Arbeitsgruppe.

Das Konzept der Arbeitsgruppe habe sich bewährt: Schon die Projekte «Saalbau» und der «Begegnungsplatz» wurden mit der Integration von Kritikern umgesetzt, sagt Sommerhalder. Nebst der Arbeitgruppe hofft der Gemeinderat auf zusätzliche Mithilfe aus dem Dorf. Noch vor den Frühlingsferien will er dazu eine Informationsveranstaltung durchführen.

Umbau soll spätestens im Frühling 2021 fertig sein

Saniert werden muss Einiges. «Die Aussenfasade wird verputzt und neu gestrichen», sagt Sommerhalder. Auch das Vordach soll ersetzt werden und die Fenster renoviert. Im Innern sollen, wie ursprünglich geplant, Pendler einen trockenen Platz zum Warten finden. Die Glaswand, hinter welcher die alten Werkzeuge zu sehen sei werden, soll noch mit schriftlichen Erklärungen ergänzt werden.

Läuft alles wie geplant, nimmt die alte Schmiede im April die nächste Hürde. Dann soll das Baugesuch eingereicht werden. «Wir hoffen, dass wir im Mai mit den Umbau- und Sanierungsarbeiten beginnen können», sagt Sommerhalder.

Spätestens im Frühling 2021 soll die Alte Schmiede wieder im neuen Glanz erstrahlen, also gut fünf Jahre nach der Gemeindeversammlung, die den Abriss des alten Hauses einleiten sollte.

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