Schritt für Schritt wirds konkreter: Die immer noch junge Organisation Lebensraum Lenzburg Seetal (LLS), in der 23 Gemeinden der Region zusammengeschlossen sind, beschloss an ihrer jüngsten Vorstandssitzung eine alte Idee erneut aufzugreifen: Man will einen neuen Anlauf für einen Radweg rund um den Hallwilersee unternehmen.

Der Hallwilersee ist von goldküsten-ähnlichen Uferüberbauungen verschont geblieben und dank der weitgehend intakt gebliebenen Natur ein gern besuchtes Naherholungsgebiet. Auf dem Uferweg kann der See meist in unmittelbarer Wassernähe umwandert werden.

Der Uferweg ist jedoch für Fahrzeuge aller Art, auch für Velos, Sperrgebiet. Dies sehen viele Radfahrer, Touristen und Einheimische, nicht ein, weshalb eine der Hauptbeschäftigung der Hallwilersee-Ranger darin besteht, die Sünder auf ihr Vergehen aufmerksam zu machen. Erschwert wird dieses Rügen durch die Tatsache, dass tatsächlich Radwegkarten bestehen, die die Radler nicht auf dieses Verbot aufmerksam machen.

Gelder aus dem NRP-Topf

Aus diesem Grund besteht schon lange die Idee, in einem zweiten Kreis um den See, einen Radweg zu realisieren, auf dem Velotouristen ohne Beeinträchtigung durch Motofahrzeuge der «Visitenstube des Kantons», wie das Seetal oft genannt wird, einen Besuch abstatten können.

In verschiedenen Gesprächen zeichnet sich nun eine Möglichkeit ab, dieses Projekt doch noch zum Fliegen zu bringen: Es wurde von verantwortlichen Stellen signalisiert, dass für den See-Radweg aus den Töpfen der Neuen Regional-Politik (NRP) mit einer Initialfinanzierung zu rechnen ist.

Vor diesem Hintergrund beschlossen die Gemeindevertreter an der Vorstandssitzung in Hendschiken einstimmig, das Projekt weiter zu verfolgen. In einem nächsten Schritt müssen die betroffenen Gemeinden diese Grundsatz-Entscheidung bestätigen. Anschliessend geht es darum, die Linienführung zu definieren, allfällige Verhandlungen mit Landeigentümern zu führen und die Strecke herzurichten und zu signalisieren.

Derart viel Sukkurs wie an der Vorstandssitzung von vorgestern hat die Idee des Seeradwegs noch nie erhalten. Vielleicht klappts ja diesmal.

Ja zu mehr Landschaftsqualität

Die Landwirte im «Lebensraum Lenzburg Seetal» können ab nächstem Jahr mit zusätzlichen Direktzahlungen rechnen, wenn sie sich für «die Erhaltung, Förderung und Weiterentwicklung attraktiver Landschaften», so die Formulierung im Antrag, einsetzen.

Die Vorstandsmitglieder beschlossen einstimmig einen Bruttokredit von 45 000 Franken für die Erarbeitung eines regionalen Landschaftsqualitätsprogramms. Dieses Programm löst im Rahmen der nationalen Agrarpolitik 2014–17 die bisherigen Unterstützungsmodelle ab.

Gemäss Gabi Lauper, der Präsidentin der LLS-Kerngruppe Regionalplanung, können «die Regionen definieren, welche Massnahmen gefördert werden können». Damit die Bauern ab nächstem Jahr von maximalen Beiträgen von 360 Franken pro einbezogener Hektare profitieren und die Gemeinden ihren Beitrag von 10 Prozent im Budget berücksichtigen können, will man hier kräftig aufs Gas drücken und noch bis Ende Juni erste Ergebnisse präsentieren.