Birrwil hat in Schulfragen turbulente Monate hinter sich. Zuerst zog der Gemeinderat unmittelbar vor der Sommergemeindeversammlung den Antrag für einen Projektierungskredit zurück. Dann erhielt er den Auftrag, das Geschäft rasch voranzutreiben und eine ausserordentliche Gmeind durchzuführen. Und schliesslich trat Gemeinderat Heinz Neeser wegen der Schulhaus-Wirren zurück.

Jetzt hat der Gemeinderat die Unterlagen für die ausserordentliche Gemeindeversammlung am 15. November (acht Tage vor der ordentlichen) verschickt. Er beantragt für den «Neubau Schulhaus nördlich der Merzweckhalle» einen Projektierungskredit von 345 000 Franken. Und er rechnet mit einer Gesamtinvestition von 4 Millionen – also mit so viel, wie im ursprünglichen Wettbewerb vorgesehen waren.

Im Sommer wären es 390 000 und 4,9 Millionen Franken gewesen. Wie konnten die Beträge gedrückt werden? Einerseits durch den Verzicht auf eine Neugestaltung des Parkplatzes. Diese hätte das Projekt aufgewertet und den behindertenfreien Zugang optimiert. Andererseits durch eine Reduktion des Postens «Unvorhergesehenes». Weil der Neubau in den heiklen Hang hinein zu stehen kommt, waren hier ursprünglich Sicherheiten eingebaut.

Es scheint, dass diese Vorlage mehrheitsfähig ist. Nein stimmen werden all diejenigen, die befürchten, die bisherigen Schulräume im Alten Schulhaus würden künftig leer stehen. Doch es sieht so aus, als würden diese etwa für den Musikunterricht und das Schulleiterbüro benötigt.

Alexander Pirchl kandidiert

In der Diskussion um den Schulhausbau spielt der Initiant des Blogs «Der Berbuer» eine wichtige Rolle. Alexander Pirchl (50, parteilos) gehörte bisher der Baukommission an. Jetzt will er Gemeinderat werden. Der Berufsschullehrer hat sich in der Nachmeldefrist für die Nachfolge von Heinz Neeser gemeldet. Verschiedene Leute hätten ihn dazu motiviert, erklärt Pirchl. «Ich will dazu beitragen, dass die Gemeinde etwas stabilisiert wird.» Nicht nur bei den politischen Behörden, auch in der Verwaltung gab es einen Aderlass. (uhg)