Lenzburg

Jetzt pflegen die Schlossherren den Garten

Christine Ziegler und René Marty nutzen die besucherfreie Zeit während des Lockdowns auf dem Schloss Lenzburg.

Eigentlich hätte das Schloss Lenzburg am 28.März nach der Winterpause wieder seine grossen Tore geöffnet. Museumsbesucher würden den steilen Weg zur Burg erklimmen, Hochzeiten würden gefeiert, Geburtstage und Firmenfeiern würden mit Blick auf Lenzburg stattfinden. Die Saisoneröffnung fand jedoch nie statt; Corona kam dazwischen. «Wir konnten uns relativ gut auf die Schliessung vorbereiten, für uns war die Situation zu erwarten», sagt Christine Ziegler, Geschäftsführerin des Schloss Lenzburg. Trotzdem sei es natürlich eine grosse Enttäuschung gewesen. «Wir haben uns sehr auf die neue Saison gefreut. Das ist wie wenn man sich auf ein Rennen vorbereitet: Man steht in den Startlöchern, ist bereit und dann findet das Rennen nicht statt», ergänzt Partner René Marty.

Momentan sind die Geschäftsführer vor allem mit der Planung der beiden kommenden Saisons beschäftigt: «Unser Terminkalender ist zur Zeit dreimal täglich in Bewegung, viele verschieben ihre Termine auf 2021 oder sogar 2022», so Ziegler. Die beiden Schlossherren sind nicht nur mit der Planung und Organisation gut ausgelastet, durch die unfreiwillige Schliessung übernehmen sie zudem auch neue Aufgaben: «Fast alle unsere Mitarbeiter in der Aussenarbeit sind Rentner und gehören somit zu der Risikogruppe. Deshalb wird der Schlossgarten im Moment meist von uns selbst gepflegt», sagt René Marty.

Die besucherfreie Zeit nutzen die Schlossherren zudem auch für Arbeiten, für die sie sonst während der laufenden Saison kaum Zeit gehabt hätten.

Schlossdrache Fauchi vermisst die Besucher

Auch Schlossdrache Fauchi wurde von den Museumsmitarbeitenden zusätzlich verwöhnt. «Fauchi hat im Anbetracht der Umstände einen längeren Winterschlaf gehalten», so René Marty. «Zudem wurde die Zeit dazu genutzt, um einige Reparaturen an ihm und seinem Zuhause vorzunehmen.» Sorgen müssen sich die Besucher um den Schlossdrachen nicht machen: «Fauchi wird von den Museumsmitarbeitenden gut betreut, aber er vermisst natürlich die Besucher», sagt er.

Nicht nur Fauchi vermisst die Besucher, auch Christine Ziegler und René Marty freuen sich, wenn auf dem Schloss Lenzburg wieder mehr Betrieb herrscht. Die Schlossherren hoffen, dass einige der geplanten Anlässe im Herbst durchgeführt werden können, zum Beispiel der Mittelaltermarkt im September. Das Paar ist für die potenzielle Wiedereröffnung gut vorbereitet: «Wir brauchen eine Woche Vorlaufszeit, dann können wir den Saisonbeginn problemlos nachholen», so René Marty. Bis es so weit ist, arbeiten die Beiden täglich wie gewohnt auf dem Schloss Lenzburg und geniessen dabei einen Vorteil: «Platz hat es hier oben mehr als genug, wir könnten sogar durchs Schloss joggen», so Christine Ziegler.

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