Beinwil am See
Jetzt dröhnen im «Löwen» die Bohrer

Nach jahrelangem Seilziehen um die Zukunft des ehemaligen Hotel Löwen in Beinwil am See ist nun der Umbau im Gang.

Larissa Hunziker (Text und Fotos)
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Der Beinwiler «Löwen» wird umgebaut
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Der Beinwiler «Löwen» wird umgebaut Das alt ehrwürdige Gebäude ist eingerüstet
Der Beinwiler «Löwen» wird umgebaut Das auffällige Schild wurde demontiert
Der Beinwiler «Löwen» wird umgebaut Planer Ralph Blättler, Bauleiter Lukas Meinen und Gemeindeammann Peter Lenzin (von links)
Der Beinwiler «Löwen» wird umgebaut Blick in die ehemalige Küche des Restaurants
Der Beinwiler «Löwen» wird umgebaut Der Gewölbekeller
Der Beinwiler «Löwen» wird umgebaut Hier entsteht die neue Bibliothek und das Vereinszimmer
Der Beinwiler «Löwen» wird umgebaut Die künftigen Räumlichkeiten der Spitex
Der Beinwiler «Löwen» wird umgebaut Planer Ralph Blättler, Gemeindeammann Peter Lenzin und Bauleiter Lukas Meinen (von links)

Der Beinwiler «Löwen» wird umgebaut

Das Pfeifen und Ächzen der einfahrenden Seetalbahn übertönt sogar den omnipräsenten Strassenlärm. «Jetzt hören Sie, warum der ‹Löwen› kein geeigneter Ort für die Gemeindeverwaltung ist», sagt Peter Lenzin, Ammann von Beinwil am See. Zusammen mit Bauleiter Lukas Meinen und Planer Ralph Blättler steht er vor dem ehemaligen Hotel/Restaurant Löwen. Die Aussenfassade gegen die Strasse hin ist eingerüstet, aus dem Innern des Gebäudes dringt Baulärm. Kein Zweifel, der seit vielen Jahren leerstehende «Löwen» lebt wieder.

Der Weg zum Umbau des Hotel/Restaurant Löwen gleicht einer Odyssee. Nachdem der Restaurantbetrieb eingestellt worden war, beschäftigte sich der Gemeinderat mit der Frage, was mit dem im Jahre 1843 erbauten Gebäude geschehen soll. Die Stimmbürger teilten sich alsbald in zwei gleich starke Fraktionen auf: Die einen wollten, dass der ‹Löwen› ein Speiserestaurant blieb, die anderen wollten im altehrwürdigen Gebäude die Gemeindeverwaltung einquartieren. Die Möglichkeiten eines Gastrobetriebes seien daraufhin intensiv abgeklärt worden, so Blättler. Ein Gastroplaner sei aber zum Schluss gekommen, dass ein rentables Restaurant nicht möglich sei.

2012 entschieden die Stimmbürger, dass der «Löwen» zur Gemeindeverwaltung umgebaut werden soll. 2014 brach die Gemeinde aber den Architekturwettbewerb ab, da alle eingereichten Projekte das Kostendach gesprengt hätten. 2015 kippte die Gemeindeversammlung im Sinne des Gemeinderates den Kredit für den Umbau.

Gleichzeitig bewilligten die Stimmbürger einen neuen Kredit zur Erstellung einer Zustandsanalyse und eines Nutzungskonzepts. Dem Gemeinderat schwebte vor, den «Löwen» für das Dorf zu nutzen. Im November 2016 bewilligte die Gemeindeversammlung den Kredit für die Umnutzung des Hauptgebäudes des «Löwen». Die neuen Räumlichkeiten sollten der ganzen Gemeinde nützen.

Bauarbeiten im Januar zu Ende

Mitte Juni ist der Umbau des Hauptgebäudes des «Löwen» gestartet und man befinde sich soweit im Zeit- und Kostenplan, so Bauleiter Lukas Meinen. Ende Januar 2018 soll alles fertig sein. «Der ‹Löwen› hat einen langen Leidensweg», sagt Gemeindeammann Peter Lenzin. Niemand habe sich dazumal die Finger verbrennen wollen, als er Gemeindeammann geworden sei. Die Zustimmung der Gemeindeversammlung zum Umbau des Hauptgebäudes sei ein Meilenstein für den Gemeinderat gewesen, sagt Lenzin. Mit der geplanten Nutzung wolle man wieder Leben in den imposanten Bau bringen.

Lebendig wird der «Löwen» nach Abschluss der Bauarbeiten sicher sein. Wie geplant entstehen im Erdgeschoss Räume für die Bibliothek und die Spitex, sowie ein Sitzungszimmer, das sowohl von Vereinen wie auch Privaten genutzt werden kann. Im Untergeschoss entsteht in der ehemaligen Kegelbahn ein weiterer Raum der Bibliothek, speziell für die Kinder- und Jugendbelletristik. «Wir diskutieren noch, ob hier unten WLAN nötig ist», sagt Ralph Blättler mit einem Augenzwinkern. Kaum realisieren lässt sich hingegen der im Gewölbekeller vorgesehene Mehrzweckraum.

«Bereits in den 90er-Jahren ist der ‹Löwen› sehr sorgfältig renoviert worden», sagt Blättler. Auch die Zimmer, die sich im Obergeschoss befinden, wurden vor zwei Jahren sanft renoviert. Nicht vom Umbau betroffen ist weiter der Löwensaal. Für den Planer und den Bauleiter ist der «Löwen» ein spannendes Projekt. Wolle man dem Objekt gerecht werden, so müsse man eben mehr hineinstecken als bei einem Neubau. Für Ammann Peter Lenzin zählt aber vor allem eines: «Wichtig ist mir, dass der ‹Löwen› nachher wieder lebt».