Der Verein für Alterswohnheime der Gemeinde Lenzburg stimmte diese Woche der Umwandlung des Alterszentrums und der Alterswohnungen Obere Mühle in je eine gemeinnützige Aktiengesellschaft zu. Die Stadt Lenzburg wird sich an den Aktiengesellschaften beteiligen: Der Einwohnerrat hiess das Geschäft am Donnerstagabend einstimmig gut.

Die Beteiligung erfolgt so: Das Alterszentrum Obere Mühle AG wird das bestehende Aktienkapital von 500000 Franken um 150000 Franken erhöhen und dazu 150 Namensaktien zu nominal 1000 Franken an die Stadt Lenzburg veräussern. Die Liberierung der Aktien erfolgt durch Verrechnung des bestehenden nicht bilanzierten Darlehens, das Lenzburg dem Verein beim Bau der Alterswohnungen an der Wylgasse gewährt hat. Mit der aufgelaufenen Verzinsung beträgt das Darlehen 1,526 Millionen Franken. Die Stadt verzichtet schenkungsweise auf 26800 Franken des Darlehens.

Hauptverantwortung beim Verein

Mit den 150 Aktien erhält die Stadt Lenzburg eine Beteiligung von rund 23 Prozent an der Alterszentrum Obere Mühle AG. Dies ermöglicht der Stadt, die Hauptverantwortung für die Betriebsführung dem Mehrheitsaktionär, dem Verein, zu überlassen. Die Stadt hat Anspruch auf mindestens ein Mitglied im Verwaltungsrat.

«Wir schätzen das Geschäft positiv ein», sagte Nadia Flury (SVP), Sprecherin der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission (GPFK). «Dadurch, dass der Verein Mehrheitsaktionär ist, ist das Alterszentrum im Volk breit abgestützt. Andere Gemeinden können sich jederzeit an der Aktiengesellschaft beteiligen.»

Aktiengesellschaft gutes Konstrukt

Die Umwandlung des Altersheims in eine Aktiengesellschaft sei die richtige Rechtsform, so Flury. «Damit können die heutigen Anforderungen, die an ein Alterszentrum gestellt werden, gemeistert werden.»

Auch Remo Keller von der SP hielt fest, dass im vorliegenden Fall eine Aktiengesellschaft ein gutes Konstrukt sei. Der Stadtrat habe dadurch mehr Einfluss auf die strategischen Geschäfte des Alterszentrums Obere Mühle. «Für die Beteiligung an der AG musste die Stadt kein Geld in die Finger nehmen, dank des bestehenden Darlehens.»

«Die Stadt kann mehr mitbestimmen»

Während der Diskussionen befürchteten einige Einwohnerräte, dass der Stadt der jährliche Zinsertrag des Darlehens verlustig geht. Was so nicht stimmt, entgegnete Stadträtin Heidi Berner. «Zins floss nie, er wurde lediglich auf die Schuld aufgebaut.»

Edith Zeller (SVP) fand die neue Rechtsform angebracht. Sie sagte: «Die Stadt kann mehr mitbestimmen.» Sie wünschte bloss, dass mindestens zwei Personen im Verwaltungsrat Einsitz nehmen. Dadurch würde sich die Informationspolitik verbessern.