Referendum

Jetzt auch Fahrwangen: Der Schul-Ausbau stösst auf Widerstand

Die Bezirksschule Fahrwangen wird im Sommer 2022 geschlossen. archiv/to

Die Bezirksschule Fahrwangen wird im Sommer 2022 geschlossen. archiv/to

Die Konzentration der Oberstufe (Sek/Real) stösst völlig überraschend auf Widerstand.

Der Coronaherbst ist auch der Herbst der Referenden. Dies nicht nur im Raum Aarau, sondern jetzt auch im Seetal. In Fahrwangen wurde an der Gemeindeversammlung vom 3.September über das Traktandum 5 abgestimmt. Dabei ging es um die Erweiterung des Schulhauses. Diese ist nötig, weil die Sekundar- und Realschulklassen der Gemeinden Fahrwangen, Meisterschwanden, Sarmenstorf und Bettwil in Fahrwangen vereint werden sollen. Die vertraglichen Anpassungen dazu sollten voraussichtlich im November 2020 an der Gemeindeversammlung vorgelegt werden, stand in den Gemeindetraktanden. Geplanter Einzug der Real- und Sekundarschüler war per Sommer 2023.

Planungskredit in der Höhe von 360000 Franken

«Da dies mehr Schüler und Klassen sowie andere Bedürfnisse als die bisherige Bezirksschule beinhaltet, muss Schulraum um- und angebaut werden», so das Gmeindsbüechli. Die Leerstandzeit sollte zudem so kurz wie möglich gehalten werden, da diese grosse, negative, finanzielle Auswirkungen hat.

Die Kosten für den Planungskredit betragen 360000 Franken. Ein beachtlicher Betrag für das kleine Fahrwangen (2273 Einwohner, Steuerfuss 112 Prozent). Dem war sich auch der Gemeinderat bewusst und strich die Vorteile der Investition im Gmeindsbüechli hervor. «Die Schulhauserweiterung verursacht zwar grosse Investitionen, welche aber anschliessend mit den Schulgeldern amortisiert werden. Der Finanzplan zeigt, dass dieses Projekt langfristig positive Auswirkungen auf die Gemeindefinanzen hat.»

Gemeindeammann ist über Referendum überrascht

Der beantragte Planungskredit von 360000 Franken wurde vom Souverän grossmehrheitlich bewilligt (AZ vom 5.September) Seit gestern sieht die Situation aber anders aus, die Gemeinde Fahrwangen informierte in einer Mittelung, dass das Referendum gegen den Beschluss zum Traktandum 5 an der Einwohnerversammlung ergriffen worden und zu Stande gekommen ist. 294 gültige Unterschriften wurden eingereicht, nötig wären bei 1441Stimmberechtigten bloss 144 gewesen.

Bei der Gemeinde Fahrwangen ist man über das Referendum überrascht. Gemeindeammann Patrick Fischer vermutet, dass die vorgeschlagene Finanzierung für Unmut gesorgt hat. «An der Gemeindeversammlung wurde das Argument geäussert, dass die anderen Gemeinden die Arbeiten am Schulhaus mitfinanzieren sollen.» Ob dies wirklich der Grund sei, wisse er jedoch nicht, da er nicht mit den Initianten des Referendums gesprochen habe.

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