Gold-Initiative

«Jeder sollte einen persönlichen Vorrat an Goldvreneli haben»

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Wertvolles Gold: Wird die Schweiz der Gold-Initiative zustimmen?

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Der parteilose Gemeinderat von Fahrwangen, Silvan Zülle, sagt im Kurzinterview, warum er denke, dass die Nationalbank längst nicht mehr unabhängig ist und warum er Gold als die «ehrlichste» Währung betrachtet.

Herr Zülle, sie haben sich über die einseitige Berichterstattung im Rahmen der Gold-Initiative gewundert. Was glauben Sie, als ehemaliger Finanzberater und Gemeinderat von Fahrwangen, wird bei der Annahme der Initiative passieren?

Silvan Zülle: Würde die Initiative angenommen, wären Parlament und Regierung bei der Umsetzung gefordert, einige Inhalte der Initiative anzupassen. Gerade die fixe Handhabung der Unverkäuflichkeit des Goldes ist heikel. Nehmen wir an, die Schweizerische Nationalbank kann irgendwann die grossen Euro Devisenbestände abbauen, dann würde der Goldanteil weit über 20 Prozent ansteigen – dort benötigt die SNB aber eine gewisse Flexibilität. Die Goldreserven selber können nicht die Ursache von volkswirtschaftlichen Risiken sein – höchstens im Zusammenhang mit der Unverkäuflichkeit. 

Sie befürworten also die Unabhängigkeit der Schweizerischen Nationalbank?

Die Schweizerische Nationalbank ist schon lange nicht mehr unabhängig. Die Politik des billigen Geldes, hat in den letzten 10 Jahren die unterschiedlichsten „Blasen“ kreiert. Zur Bekämpfung der Blasen entsteht aber noch mehr „billiges Geld“. Die Schweizerische Nationalbank würde vermutlich gerne ihre Zinspolitik straffen, kann es aber nicht tun, weil sonst der Franken stark steigen und sich die Bilanz weiter aufblähen würde. Seit längerer Zeit warnt die Notenbank vor einer Immobilienkrise in der Schweiz, doch durch die eigene Tiefzinspolitik ist sie selber mitverantwortlich für den Immobilienboom in der Schweiz. Betrachtet man diese Zusammenhänge, ist sie im markttechnischen Sinn nicht unabhängig.

Dies ergibt sich doch aus der Erholung der Weltwirtschaft. Sobald sich diese stabilisiert, werden die Zinsen wieder ansteigen?

Das bezweifle ich. Die Weltwirtschaft wächst basierend auf Schuldenhäufung. Ein Abbau dieser ist unmöglich und die Regierungen sind von diesem Wachstum abhängig. Erhöhen die Notenbanken wirklich ihre Zinsen, dann hat das aufgrund der hohen Schuldenberge wieder höhere Staatsdefizite zur Folge – ein Teufelskreis. Als einziger Risikoausgleich existiert Gold, als „ehrlichste“ Währung.

Ihre persönliche Botschaft ist folglich?

Es wäre natürlich sinnvoll, wenn die Schweizerische Nationalbank prozentual einen höheren Goldbestand hätte. Es wird der schweizerischen Volkswirtschaft in Krisenzeiten helfen, diese stabiler zu überstehen. Gold hat nach wie vor die Funktion eines Sicherheitsankers. So empfehle ich unabhängig davon, ob die Goldinitiative angenommen wird oder nicht: jeder sollte einen persönlichen Vorrat an Goldvreneli haben – als Sicherheit.

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