Meisterschwanden

«Jahrhundertwerk» auf der Zielgeraden

So soll das künftige Meisterschwander Gemeindehaus auf dem Coop-Laden im neuen Dorfzentrum aussehen. Visualisierung Vogel Architekten

So soll das künftige Meisterschwander Gemeindehaus auf dem Coop-Laden im neuen Dorfzentrum aussehen. Visualisierung Vogel Architekten

Keine Opposition gegen das neue Dorfzentrum an einem Orientierungsabend. An den Orientierungsabenden waren die zahlreichen Zuhörer sehr angetan über den Fortschritt des «Jahrhundertwerks».

Das Interesse sei weiterhin «brennend», stellte der Meisterschwander Vizeammann Ueli Haller am Anfang des dritten und letzten Orientierungsabends über das neu zu erstellende Dorfzentrum fest. Die wiederum zahlreichen Zuhörer waren angetan von den Neuigkeiten zum «Jahrhundertwerk» (Haller); bei den Abstimmungen an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom übernächsten Mittwoch kann von einer deutlichen Zustimmung ausgegangen werden.

Man habe hier in Meisterschwanden alles, was das Herz begehrt: 2600 Einwohner, eine wunderschöne Lage am See, einen tiefen Steuerfuss, solides Gewerbe und eine starke Landwirtschaft, so Haller in seiner Einleitung: «Nur etwas fehlt: ein echtes Dorfzentrum.»

Dem will man nun abhelfen. Im Dreieck zwischen Hauptstrasse, Lindenmattstrasse und Meierhofweg soll ein solches Zentrum «mit einladender Begegnungszone, öffentlichen Aktionsräumen und attraktiven Einkaufsmöglichkeiten» (so die Gemeindeversammlungsvorlage) entstehen.

Nachdem Ende 2008 ein erstes Zentrumsprojekt mit einem erfolgreichen Rückweisungsantrag an der Gemeindeversammlung versenkt worden war, ging der Gemeinderat in der Folge subtiler vor, organisierte nach allen planerischen Meilensteinen Orientierungsabende und lotete hier die Meinung der Bevölkerung zum neuen Anlauf aus.

«Eine einmalige Chance»

Vizeammann Haller, der das Projekt im Gemeinderat betreut und früher schon als «letzte Chance» bezeichnet hatte, fand auch diesmal die richtigen Worte, um den Zuhörern die Notwendigkeit des Einbezugs der örtlichen Gemeindeverwaltung ins Dorfzentrum zu «verkaufen»: «Wir wollen mit dem Gemeindehaus ins Zentrum, weil das für uns eine einmalige Chance ist und wir damit auch ein Zeichen setzen wollen.»

Ein weiteres Zeichen des Selbstbewusstseins und der Stärke ist auch die Tatsache, dass der Souverän an der gleichen Gemeindeversammlung über die Aufstockung des Verwaltungspersonals um maximal 300 Stellenprozente entscheiden wird, um die Bauverwaltung (seit 2009 für den Bereich Hochbau in Seengen stationiert) in die eigenen Gemarkungen zurückzuholen.

Für das bisherige Gemeindehaus hat der Gemeinderat noch keine konkrete Verwendung definiert, will es jedoch auch in Zukunft für Bedürfnisse der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Gemeindehaus auf dem Coop

Das neue Gemeindehaus bildet an der Hauptstrasse einen markanten Blickfang: Auf dem geplanten Coop-Laden mit rund 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche bietet es auf zwei Etagen zweckmässigen Raum für die vier verschiedenen Verwaltungsabteilungen sowie die Behörden und ihre Besprechungen und Sitzungen.

Die Gemeinde erwirbt die Verwaltungsräume als Stockwerkeigentümer für maximal 3,9 Millionen Franken vom Investor, der auf dem ganzen Areal rund 30 Millionen Franken einsetzen wird. Der Investitionsfirma, hinter der die Basler Unternehmer-Brüder Edwin und Laurin Faeh stehen, verkauft die Gemeinde Meisterschwanden das Bauland zu einem Quadratmeterpreis von 400 Franken. Über den entsprechenden Vertrag entscheidet ebenfalls die Gmeind vom 2. März.

Bank, Apotheke und Restaurant

Der zentrale, ebenerdige Dorfplatz, der laut Haller vom Bauherrn «gratis und franko hingestellt» wird, soll multifunktional verwendet werden können: Märkte, Feste und Weiteres sind da denkbar. Rundherum gruppieren sich, wie Architekt Rudolf Vogel im Detail ausführte, total vier verschiedene Gebäude: Neben dem Coop/Gemeindehaus-Ensemble sind es je ein Dienstleistungs- und Wohnhaus und ein Haus mit gemischter Nutzung.

«Es liegen bereits etliche Anfragen von möglichen Nutzern vor und weitere tröpfeln stetig herein», so Vogel. Eine Bankfiliale, eine Apotheke, eine Doppelarztpraxis, ein Restaurant («ein vollwertiges, kein Bistro oder so», so Vogel) und weitere Dienstleister sind neben dem Coop-Laden, der als «Zugpferd» dienen soll, angedacht.

Fragen zur Erschliessung

In der Diskussion waren keine grundsätzlich kritischen Voten mehr zu vernehmen. Die meisten Fragen drehten sich um die verkehrsmässige Erschliessung. Die Einfahrt zum öffentlichen Parkhaus unter dem Dorfplatz ist etwa auf der Höhe des heutigen Restaurants Rütli vorgesehen. Via Lindenmannstrasse erfolgt die Zufahrt zu den Wohnungen und oberirdischen Kurzzeitparkplätzen.

Als am Schluss jener Bürger aufstand, der das erste Zentrumsvorhaben zu Fall gebracht hatte, und erklärte, für ihn passe das aktuelle Projekt «gut ins Dorf» und sei mit dem letzten nicht zu vergleichen, brandete Applaus auf. Die Meisterschwander freuen sich auf ihr Zentrum.

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