Seengen
Jahresabschluss ist «gut, aber nicht sehr gut»

Der erste Abschluss unter dem Rechnungsmodell HRM2 fiel besser aus als budgetiert, obwohl die Steuern eine Viertelmillion hinter den Erwartungen blieben.

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Die Einkommens- und Vermögenssteuern blieben rund 2.7 Prozent hinter den Erwartungen zurück.

Die Einkommens- und Vermögenssteuern blieben rund 2.7 Prozent hinter den Erwartungen zurück.

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«Das Gesamtergebnis ist gut, aber nicht sehr gut.» Diese Bilanz des Seenger Gemeindeammanns und Finanzministers Jörg Bruder lässt erahnen: In der Seetalgemeinde mit einem Steuerfuss von 80 Prozent ist man sich bessere Jahresabschlüsse gewöhnt, als ein Gesamtergebnis, das «nur» rund 138 000 Franken besser ausfällt als das Budget.

Das Gesamtergebnis mit einem Plus von 587 000 Franken, wäre wie in früheren Jahren höher, wenn die Steuereinnahmen wie budgetiert hereingeflossen wären. Wie Steueramtsvorsteher Martin Suter an einer Medienorientierung ausführte, blieben die Einkommens- und Vermögenssteuern und der gesamte Steuerertrag rund 2,7 Prozent hinter den Erwartungen zurück.

Einbruch bei der Steuerkraft

Gerade bei den Spezialsteuern, habe man «keinen direkten Einfluss», so Suter. Für Ammann Bruder «lässt die sinkende Steuerkraft aufhorchen». Alarmiert sei man über den auf knapp über 3000 Franken gesunkenen Steuerertrag pro Einwohner noch nicht.

Jörg Bruder hat für die geknickte, nun abwärts deutende Kurve durchaus Erklärungen: Gewisse Steuerzahler profitierten von der Dividendenentlastung und zudem seien in den letzten Jahren einige gute Steuerzahler ins Pensionsalter gekommen.

Für die Zukunft der Seenger Finanzen ist der Gemeindeammann dennoch zuversichtlich. «Das Wachstum geht in den nächsten Jahren weiter und mehr Einwohner bedeuten mehr Steuerertrag.»

Die nach wie vor rege Bautätigkeit war schon 2014 verantwortlich, dass die Jahresrechnung trotz dem Durchhänger bei den Steuern über dem Budget abschloss: Höhere Baubewilligungsgebühren von 306 000 Franken beeinflussten das Ergebnis. Und die im letzten Jahr bewilligten Gebäude werden nun gebaut und bald bewohnt.

Bilanzsumme wuchs um 65 Mio.

Zum ersten Abschluss nach dem neuen, der Privatwirtschaft angeglichenen Rechnungsmodell HRM2, mussten alle Bilanzposten neu bewertet werden. Die Vorarbeiten für diese aufwändigen Arbeiten begannen in Seengen laut Beat Rölli, Leiter Finanzen, bereits im Jahr 2012: «Und jetzt liegt der erste Abschluss der neuen Ära vor.»

Gemäss den Vorgaben des Kantons wurden beispielsweise Grundstücke und Liegenschaften neu bewertet. Investitionen werden neu nach Anlagekategorien auf die erwartete Lebensdauer abgeschrieben.

Auf 20 Jahre zurück mussten deshalb alle Investitionen systematisch erfasst werden. In Seengen ist das Verwaltungsvermögen auf einen Schlag von 5,7 auf 66,6 Mio. angewachsen. Die Bilanzsumme der Gemeinde (mit den Eigenwirtschaftsbetrieben) stieg über Nacht um 65 auf 83 Mio..

Das neu ausgewiesene Eigenkapital dürfe jedoch nicht als Argument für eine Steuerfusssenkung verwendet werden, so Bruder und Rölli unisono. (tf)