Lenzburg

«Jagt sie weg!»: Vor genau 50 Jahren wurde in der Schweiz die Schwarzenbach-Initiative abgelehnt

Concetto Vecchio darf Rom nicht verlassen.

Concetto Vecchio darf Rom nicht verlassen.

Concetto Vecchio wuchs als italienisches Migrantenkind in Lenzburg auf. In seinem Buch, das heute Freitag auf Deutsch erscheint, erinnert er sich an die Initiative und einen Auftritt Schwarzenbachs in Lenzburg.

Concetto Vecchio hatte sich so auf ein Wiedersehen mit Lenzburg gefreut. Der italienische Journalist ist als Kind italienischer Arbeiter in Lenzburg aufgewachsen, als er 14 Jahre alt war, kehrte die Familie nach Sizilien zurück. In einem Buch hat Vecchio (49) die italienische Emigration in die Schweiz, die Schwarzenbach-Initiative, die den Ausländeranteil auf zehn Prozent pro Kanton begrenzen wollte und seine eigene Erfahrung verarbeitet.

Es ist ein Stück Schweizer Geschichte, erzählt von einem Italiener. Im italienischsprachigen Raum wurde das Werk zum Bestseller. Heute Freitag erscheint sein Buch unter dem Titel «Jagt sie weg!» auf Deutsch. Es enthält auch eine Schilderung von einem Auftritt Schwarzenbachs in Lenzburg. Genau fünfzig Jahre sind es her, seit die Schwarzenbach-Initiative abgelehnt wurde.

«Ich wäre sehr gern in die Schweiz zurückgekehrt, um mit den Lesern zu diskutieren», sagt Vecchio. Über sein Buch, über Schwarzenbach, über Migranten, heute wie damals. Statt auf Tour ist er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern seit dem 9. März in seiner Wohnung in Rom im Lockdown eingesperrt. Der Politikjournalist der Zeitung «La Republica» ist froh, dass er im Homeoffice noch arbeiten darf. Pro Haushalt und Tag darf nur eine Person zum Einkaufen nach draussen. Erste Lockerungen werden für den 4. Mai erwartet. Die Distanz zwischen Concetto Vecchios zwei Heimaten war selten so gross. 

Concetto Vecchio «Jagt sie weg! – Die Schwarzenbach-­Initiative und die italienischen Migranten», Orell Füssli Verlag.

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