Lenzburg

Jagdszenen und Waidmanns Heil im Stadtrevier

Das Museum Burghalde und die Jagdgesellschaft Diana.

Das Museum Burghalde und die Jagdgesellschaft Diana.

Zum Rendez-vous im Jagdrevier Altstadt hatten das Museum Burghalde und die Jagdgesellschaft Diana zum Abschluss der Ausstellung «Essen und Macht» geladen.

«Halali!» Sechsfach hallt das Hornsignal, die Hunde begleiten die Begrüssung der Bläser mit lautstarkem «Geläut», der Waidmann schultert die Waffe, die Jagd ist eröffnet.

Zum Rendez-vous im Jagdrevier Altstadt hatten das Museum Burghalde und die Jagdgesellschaft Diana zum Abschluss der Ausstellung «Essen und Macht» geladen. Das edle Waidwerk war einst neben dem Sammeln die normale Art der Nahrungsmittelbeschaffung. Ein halbes Hundert Interessierter verfolgte die Grünröcke bei der Inszenierung eines Jagdtages im Zeitraffer rund um die Burghalden-Häuser.

«Stadtschnepfen» werden geschont

Jagdleiter Thomas Laube postiert jeden Jäger, die Schrotladung hat eine Reichweite von 27 Metern. Treiber scheuchen mit Stockschlägen, assistiert von den «läutenden» Hunden, allfälliges Wild auf. Rehwild und Füchse sind die hauptsächlichen Beutetiere, die Jäger verpflichtet, den Wildbestand so zu hegen und zu pflegen, dass er konstant, gesund und die Familienstruktur erhalten bleibt. Der jährliche Zuwachs wird gezielt «abgeschöpft». Feldhasen und «Stadtschnepfen» werden geschont, schmunzelt Richard Zuckschwerdt. Er vermittelt dem Publikum sein Anliegen locker und mit viel Humor.

Kaum «Anblick» in der Stadt

Hunde bellen, Signale erklingen, Schüsse fallen, nach kurzer Zeit wird die Treibjagd «abgehornt», die Jäger versammeln sich zum Rapport. Kaum einer hatte einen «Anblick» – nicht ganz unerwartet, so mitten in der Stadt.

Immerhin soll ein Fuchs angeschossen sein, Jagdleiter Thomas Laube schickt seinen Schweisshund auf die Spur.

Alles nur Jägerlatein? Tatsächlich wird im Burghaldenpark ein toter Fuchs geortet, und freudig legt der treue Jagdgefährte sogar noch einen Erpel seinem Meister zu Füssen. Waidmanns Heil: Die Strecke wird «verblasen», die Opfer auf Reisig gelegt und jedes Tier mit der ihm gewidmeten Jagdhorn-Melodie geehrt. Dazu lüften die Jäger den Hut: Waidmanns Dank.

Hirsch aus fremdem Revier

Zum Abschluss der erfolgreichen Pirsch mit reicher Beute laden die Jäger alle zum Aser im Burghalden-Hinterhof ein. Da wurde auf offenem Feuer seit Stunden ein köstliches Ragout geköchelt, der Hirsch kam frisch vom Wald auf den Tisch, allerdings (noch) nicht aus dem Lenzburger Revier. Und wie es die waidmännische Tradition so will, wird der ereignisreiche Tag bei Speis und Trank in froher Gemeinschaft beschlossen. Übrigens: Die Jäger stossen die Gläser mit links an. Immer wieder.

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