Fahrwangen

«Ja zur Schule, aber nicht so»: Dem Referendums-Komitee ist die Schulhauserweiterung zu teuer

Sie sammelten 294 Unterschriften gegen das Projekt «Erweiterung Schulhaus» und brachten das Thema so an die Urne: Gary Stutz, James Gurtner und René Wetzstein (von links, fürs Foto ohne Maske).

Sie sammelten 294 Unterschriften gegen das Projekt «Erweiterung Schulhaus» und brachten das Thema so an die Urne: Gary Stutz, James Gurtner und René Wetzstein (von links, fürs Foto ohne Maske).

Gary Stutz, James Gurtner und René Wetzstein haben rund 294 Unterschriften gegen das Projekt Schulhauserweiterung gesammelt. Nun erklärt das Referendumskomitee aus Fahrwangen, wieso es gegen das Projekt ist.

294 Unterschriften waren es, die dafür sorgten, dass der Planungskredit in der Höhe von 360000 Franken (und nicht wie in der AZ vom Montag irrtümlich gemeldet 36000 Franken) für die Fahrwanger Schulhauserweiterung am 29. November an die Urne kommt. Das Referendumskomitee besteht aus drei Personen: Gary Stutz, James Gurtner und René Wetzstein.

Für sie gibt es mehrere Gründe, wieso der Planungskredit für das aktuelle Projekt nicht befürwortet werden soll. «Es ist schlicht und einfach zu teuer», sagt Gary Stutz. «Das Projekt wird uns Steuerzahler einen Haufen Geld kosten», ergänzt James Gurtner.

Die Erweiterung des Schulhauses würde Fahrwangen rund 10 Millionen Franken kosten. Über den Baukredit soll nächstes Jahr an der Gemeindeversammlung abgestimmt werden. «Für uns macht es nur wenig Sinn, dass die ärmste Gemeinde aus dem Verbund – Fahrwangen, Meisterschwanden, Sarmenstorf und Bettwil – eine solche Investition alleine stemmen soll. Nach unseren Berechnungen gehören wir zu den pro Kopf am meisten verschuldeten Aargauer Gemeinden», sagt René Wetzstein.

Initianten wünschen sich eine längere Absicherung

Zudem sei das Schulhaus nicht die einzige Investition, die anstehe: «In den kommenden Jahren stehen – unter anderem – auch die Wasserversorgung, die Sanierung von Strasse und Bach an der Vordergasse, die Sanierung des Knotens Bären sowie allenfalls die Sanierungen von Turnhalle und Pausenplatz an.

Die Sanierung der Mehrzweckhalle steht bereits auf der Traktandenliste der nächsten Gemeindeversammlung», sagt Stutz. «Wir glauben nicht, dass es finanziell so aufgeht, wie es vonseiten der Gemeinde präsentiert wird. Wir haben auch nie Zahlen erhalten, wie der Gemeinderat auf die Berechnung des Schulgeldes oder die Kosten eines allenfalls leeren Bezirksschulhauses kommt», ergänzt Gurtner.

Auch ein weiterer Punkt macht den drei Fahrwangern Sorgen: «Wir sind nur zehn Jahre lang abgesichert. So lange soll der Schulvertrag zwischen den beteiligten Gemeinden laufen. In der heutigen, schnelllebigen Zeit muss man mit Veränderungen rechnen. Das könnte auch zu einem Wechsel des Schulstandorts führen. Uns fehlen langfristige Garantien und Zusicherungen von Nachbargemeinden und Kanton», so Wetzstein. Zudem stört die Referendumsinitianten, dass keine Alternativen präsentiert wurden: «Der Gemeinderat hat keinen Plan B für den Fall, dass das Projekt abgelehnt wird», sagt Stutz.

Beteiligung an der Investition erwünscht

Das Referendumskomitee hat seinerseits mögliche Lösungen gesucht: «Die beste Option für den Schulhausbau wäre aus unserer Sicht folgende: Jede der Gemeinden zahlt anteilsmässig an das Schulhaus. So würde für sie das zu zahlende Schulgeld tiefer und es bestünde keine Verpflichtung von zehn Jahren», sagt Gurtner. «Somit wäre das Risiko für alle Beteiligten erheblich kleiner», sagt Wetzstein.

Als weitere Option sehen sie eine Aufteilung der Schüler auf zwei Standorte – Sarmenstorf und Fahrwangen. «Mit dieser Lösung wären die Investitionskosten niedrig und es wäre die günstigste Variante für alle», sagt Wetzstein. An den rund 500000 Franken pro Jahr, die das leer stehende Schulhaus gemäss Gemeinderat kosten würde, zweifeln die Initianten. Auch sei unklar, ob das 35 Jahre alte Bezirksschulhaus nicht schon amortisiert sei, sagt Stutz.

Referendum ist fester Bestandteil einer Demokratie

Verhindern will das Komitee den Schulstandort im Dorf nicht: «Wir wollen die Schule, aber wir wollen sie nicht zu diesen Konditionen», sagt René Wetzstein. «Wir haben zudem die Befürchtung, dass es kein Zurück mehr gibt, falls der Planungskredit an der Urne angenommen wird», so Stutz. Eine Ablehnung ebne den Weg, um geeignetere Lösungen auszuarbeiten, erklärt Gurtner.

Die drei Fahrwanger äussern sich auch zur Kritik an ihrem Referendum: «An der letzten Informationsveranstaltung wurde gesagt, dass sich das Referendumskomitee schämen sollte. Mit solchen Aussagen haben wir persönlich kein Problem. Allerdings leben wir in einer Demokratie und ein Referendum ist ein fester Bestandteil einer Demokratie.» Sie würden auch keine Personen angreifen, erklären die drei Initianten: «Unsere Kritik richtet sich einzig und allein gegen das vorliegende Projekt. Damit sind wir nicht einverstanden.»

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