Holderbank

Ist das 300-jährige Hochstudhaus schützenswert? Eigentümer wehren sich

Hochstudhaus Holderbank.

Hochstudhaus Holderbank.

Der Gemeinderat will das über 300 Jahre alte Hochstudhaus als Schutzobjekt in die Bau- und Nutzungsordnung aufnehmen. Die Eigentümer wehren sich.

Zankapfel Hochstudhaus: Der Gemeinderat Holderbank wollte das Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert an der Hausmattenstrasse 1 in der neuen Bau- und Nutzungsordnung (BNO) unter Schutz stellen und im neuen Bauzonenplan entsprechend aufführen. An der vergangenen Wintergmeind wehrten sich die Eigentümer erfolgreich dagegen: Die Gemeindeversammlung nahm ihren Antrag an, das Bauernhaus mit dem charakteristischen, steil aufragenden Dach als Schutzobjekt aus der BNO zu streichen.

Da es sich dabei um eine wesentliche Änderung im Sinne des Baugesetzes handelt, gilt der Antrag als Rückweisung, die nach zweiter Lesung der Gemeindeversammlung nochmals vorgelegt werden muss. Der Gemeinderat hat das Geschäft nochmals geprüft und hält daran fest, das Hochstudhaus unter Schutz stellen zu wollen. «Es handelt sich um eines der ältesten Häuser der Gemeinde. Es ist für Holderbank ein historisch-charakteristischer Zeitzeuge», sagt Gemeindeammann Herbert Anderegg. Der Gemeinderat beantragt deshalb an der Sommergmeind vom 5. Juni, den Antrag der Eigentümer abzulehnen und den Schutzeintrag im neuen Bauzonen- und Kulturlandplan doch noch zu genehmigen.

Der Gemeinderat hält in den Unterlagern zur Gmeind fest, dass das Hochstudhaus zwar nicht abgebrochen, aber nach wie vor aus- und umgebaut werden darf. So wäre beispielsweise der Einbau von Dachfenstern möglich, sofern die Grundform der Liegenschaft und deren Gesamtcharakter erhalten bleibt. Zudem sei der Gemeinderat für Baubewilligungsverfahren bei kommunalen Schutzobjekten zuständig. Bei einem Umbau läge es somit in seinem Ermessen, neben dem Schutzinteresse auch das Privatinteresse am zeitgemässen Wohnen angemessen zu berücksichtigen.

Strassensanierung viel günstiger

Die restliche Versammlung ist geprägt von Kreditabrechnungen: Gleich deren fünf sollen die Holderbänkler genehmigen. Massiv günstiger als angenommen fiel die Sanierung diverser Strassen aus. Das Volk bewilligte 2009 einen Verpflichtungskredit über 1,4 Millionen Franken. Die Gemeinde gab aber nur gerade 845 000 aus, also fast 40 Prozent weniger als budgetiert. Bei sämtlichen Strassen fielen die Baukosten tiefer aus als vorgesehen. Gemeindeammann Anderegg erklärt: «Grundsätzlich wird die komplette Erneuerung der Strasse budgetiert. Stellt sich bei den Bauarbeiten heraus, dass die Strasse in einem besseren Zustand ist, fällt die Sanierung dementsprechend günstiger aus.»

Mit fast 21 000 Franken unterschritten wurde der Kredit über 955 000 Franken für den Gewässerschutz. Für die Sanierung der Kanalisation musste die Gemeinde ebenfalls weniger ausgeben. Der Kredit von 1 Million Franken wurde mit knapp 2100 Franken unterschritten. Leicht überschritten hat die Gemeinde den Rahmenkredit für die Sanierung der Werkleitungen. Die Bevölkerung hatte insgesamt einen Kredit über 860 000 Franken genehmigt, die Gemeinde gab aber dafür rund 3100 Franken mehr aus.

Jahresrechnung im Minus

Neben den zahlreichen Kreditabrechnungen legt der Gemeinderat auch die Jahresrechnung 2018 zur Genehmigung vor. Diese schliesst mit einem Minus von 238 000 Franken ab. Budgetiert war ein Plus von fast 18 000 Franken. Insbesondere bei den Quellensteuern und bei den Aktiensteuern flossen je rund 150 000 Franken weniger als erwartet in die Kasse des Holcim-Dorfes (AZ vom 2. 3.).

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