Schrotthaufen, Kunstwerk, üble Hinterlassenschaft eines Dinosauriers: Der Brunnen aus Beton und Steinen auf dem Lenzburger Markus-Roth-Platz im Quartier «Im Lenz» beim Bahnhof hat viele Übernamen. Nicht alle sind nett, der Brunnen von Künstler Bob Gramsma polarisiert: «Würde sich jemand um die fachgerechte Entsorgung dieses guerrilla-mässig angehäuften Bauschutts kümmern», frotzelte ein Anwohner vor der Einweihung vor einem Jahr.

Grossrätin Irène Kälin schmückt den umstrittensten Brunnen Lenzburgs

Grossrätin Irène Kälin schmückt den umstrittensten Brunnen Lenzburgs

Zu den Anwohnern gehört auch Irène Kälin, Fraktionspräsidentin der Grünen Aargau. Kälin sagt jedoch: «Der Brunnen ist für mich der schönste und spannendste der Stadt.» Die junge Politikerin zögerte deshalb nicht lange, als die Anfrage kam, ob sie zum diesjährigen Jugendfest den Brunnen schmücken möchte. Dies tat sie gestern mit Friederike Schmid, Kuratorin und Projektleiterin des markanten Brunnens: Um etwa 13 Uhr war das Werk vollendet und der Brunnen mit einem farbenen Netzen sowie Wild-, Heil- und Zierpflanzen überzogen. «Ich finde es gut, dass der Brunnen wie andere Brunnen der Stadt am Jugendfest geschmückt wird», sagte Schmid. Diese Integration sei wichtig, genauso die Integration des neuen Quartiers «Im Lenz» in die Stadt.

Das Kunstwerk ist einer von 26 Brunnen, die gestern für das Jugendfest geschmückt wurden. Bereits am frühen Morgen waren Familien, Vereine, Anwohner, Freunde und andere Gruppierungen mit Herzblut am Werk – zur Freude der Passanten, die Fotos von den Brunnen schossen. Friederike Schmid hofft nun, dass sich diese Freude auf den Brunnen im Quartier «Im Lenz» überträgt: «Es wäre schön, wenn dieser 2018 in die offiziellen Brunnen-Führungen der Stadt integriert würde.»