60-Jahr-Jubiläum

Insieme Aarau-Lenzburg singt mit einem prominenten Moderator

«Alle haben viel Freude an der Musik, aber oft sieht man es ihnen nicht an», sagt Chor-Leiterin Cécile Driutti. Das Smiley erinnert die Singenden ans Lächeln.

Der Chor des Vereins Insieme Aarau-Lenzburg gibt zum runden Jubiläum ein Konzert mit Hits aus den 60er-Jahren. Für den Aufritt mit Kurt Aeschbacher ist alles bereit.

«‹More than Voices› isch euses Motto, mer chömed vo nah ond fern, osem Aargau ond os Bern», singen die Sängerinnen und Sänger mit viel Engagement. Dann tritt Mary-Claude von Arx, die Präsidentin des Vereins Insieme Aarau-Lenzburg, hinzu und mimt den Moderator.

Niemand Geringeres als Fernsehlegende und Unicef-Botschafter Kurt Aeschbacher wird das erste Jahreskonzert des Insieme-Chors moderieren. Gestern Sonntag trafen sich die Mitglieder des Chors samt Begleitband deshalb in Lenzburg zur Hauptprobe für dieses Konzert, das am Samstag in der Auenhalle Aarau Rohr stattfinden wird.

Viele Chormitglieder mit kognitiver Beeinträchtigung

«Denkt daran, dass ihr während der Auftritte von Kurt Aeschbacher nicht miteinander schwatzt», legt Mary-Claude von Arx den Sängerinnen und Sängern ans Herz. Solche Hinweise sind wichtig und müssen mehrmals wiederholt werden, denn viele der Chormitglieder haben eine kognitive Beeinträchtigung. Doch die Begeisterung und die Leidenschaft für das Singen sind bei allen spürbar.

Vor allem Hits aus den 60er-Jahren wird es am Konzert zu hören geben, passend zum Jubiläum des Vereins Insieme Aarau-Lenzburg, der vor 60 Jahren von mutigen Eltern von Kindern mit einer kognitiven Behinderung als Selbsthilfevereinigung gegründet wurde. Anlässlich des Jubiläums stehen Oldie-Ohrwürmer wie «Marina» oder «Er hat ein knallrotes Gummiboot» auf dem Programm. Begleitet wird der Chor von der Sixties-Coverband «Roundabout», als Überraschungsgast wird der Rock’n’Roll-Club «Teddybären» auftreten.

Seit 2012 gibt es den Insieme-Chor. Bisher hatte er vor allem Gastauftritte, das Jahreskonzert ist der erste eigene Anlass. «Die Mitglieder mussten lernen, dass sie dafür einiges an Disziplin aufbringen müssen, doch das ist auch ein Schritt in Richtung Teilhabe an der Gesellschaft», sagt Mary-Claude von Arx.

Menschen mit und ohne Behinderung wirken zusammen

Die Arbeit mit Sängerinnen und Sängern mit kognitiver Beeinträchtigung ist für das Chorleiterpaar Cécile und Bruno Driutti eine Herausforderung. «Das Einüben der Lieder geht vor allem über das häufige Wiederholen von Melodie und Text», erklärt Cécile Driutti. Meist werde auf Deutsch gesungen.

«Alle haben viel Freude an der Musik, aber oft sieht man es ihnen nicht an», sagt sie weiter. Deshalb zeigte sie während der Probe auch ab und zu eine Kelle, auf welcher ein Smiley lacht. Einige Chormitglieder sind musikalisch sehr begabt und können sogar Soli singen, wie zum Beispiel Tamara Hofstetter. Der 29-jährigen Berner Oberländerin gefallen die Songs sehr, die sie mit dem Chor singen kann. «Ich habe die Lieder oft auf dem Handy gehört», erklärt sie.

Der Insieme-Chor ist ein gutes Beispiel für die Inklusion, also das Zusammenwirken von Menschen mit und ohne Behinderung, denn es machen auch Leute ohne Beeinträchtigung mit. So zum Beispiel Doris Wyss aus Gränichen. «Es ist für mich eine neue Erfahrung, aber alle sind nett und freundlich», sagt die 58-Jährige. «Ich freue mich vor allem auf die Stimmung beim Konzert und auf die Freude, welche die Sängerinnen und Sänger wie auch das Publikum daran haben werden.»

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