Lenzburg

In zwei Monaten ist Weihnachten – Fritz Huser malte den neuen Adventskalender

Fritz Huser hat hinter jedem Türchen etwas Schönes versteckt.

Fritz Huser hat hinter jedem Türchen etwas Schönes versteckt.

Nach zehn Jahren Pause hat Fritz Huser wieder einen Adventskalender gemalt. Für ihn ist es bereits der Dritte. Den ersten hat er vor zwölf Jahren gestaltet.

Langsam fallen die Temperaturen. Der Gedanke, dass heute in zwei Monaten Weihnachten, beziehungsweise Heiligabend ist, wird immer unausweichlicher. Fritz Huser hat sich dieses Jahr schon früh mit dem Thema auseinandergesetzt. In der brütenden Julihitze stand er in seinem Atelier im Müllerhaus und hat mit Pinsel und Farbe Lenzburg eingeschneit. Das Malen der winterlichen Szene sei «wie eine Klimaanlage» gewesen.

Es ist der dritte Lenzburger Adventskalender von Fritz Huser. Vor zwölf Jahren hat er den ersten gestaltet, zwei Jahre später noch einen, dann war zehn Jahre Pause. «Bei den ersten beiden Kalendern steckte viel Benevol-Arbeit drin», sagt er. Der Erlös wurde gespendet. Dieses Jahr arbeitet Huser auf Auftrag für den Verein AL. Dieser hat sich der Verschönerung von Lenzburg verschrieben, bei diesem Projekt steht AL für Advent Lenzburg.

Der Künstler ist froh über dieses Arrangement, selber einen Kalender zu produzieren und zu vertreiben, sei ein zu grosser Aufwand. «Und ich muss ja auch davon leben können.» Dank des Vereins kann Huser leben – und alles, was nach den Produktionskosten übrig bleibt, wird gespendet: An die Adventsbeleuchtung der Stadt, für deren Lager- und Montagekosten zu einem grossen Teil die Zentrumsgeschäfte aufkommen, und an die Städtische Hilfsgesellschaft, wie Christoph Hofstetter, AL-Vereinspräsident, sagt. Bei der Hilfsgesellschaft soll das Geld an Familien gehen, die bei der Beschaffung von Kleidern und Blumen für das Jugendfest an finanzielle Grenzen stossen.

Ab Freitag in den Geschäften

Der quadratische Kalender erscheint erstmals in zwei Formaten: in einer kleineren Version von 40 x 40 Zentimetern für 30 Franken und in der grossen Variante mit 68 Zentimetern Kantenlänge für 50 Franken. Ab dem 26. Oktober wird der Kalender in folgenden Altstadtgeschäften verfügbar sein: Buchhandlung Otz, Büro Ryser, Hömlilade, Augentreff Schneider und Vitrine. Für alle, die sich den Kalender nicht aufs Velo binden möchten, gibt es einen Hauslieferdienst: Am kommenden Langen Freitag in der Altstadt kann man die Kalender im Alten Amtshaus vorbestellen. Ausgeliefert werden sie am 15. November, dann findet in Fritz Husers Atelier im Müllerhaus die offizielle Vernissage des Kalenders statt.

Für alle, die Husers Weihnachtskarten kennen, hat das Motiv des Kalenders einen angenehmen Wiedererkennungswert: Es zeigt ein winterliches Lenzburg mit liebevollen Details, Huser zelebriert das Spiel mit romantischen Figuren, die mitunter ein bisschen Surrealismus mitbringen: Ein Pinguin mit Engelsflügeln, ein Schneemann, der an einer Bar Getränke ausschenkt und viele schwungvolle Skifahrer am Schlossberg.

«Ich mag das Verspielte»

Die Gebäude sind alle charakteristisch für Lenzburg, doch Huser hat stadtplanerisch eingegriffen, die Bärenburg steht bei ihm neben dem Durchbruch und der Alte Gemeindesaal versinkt hoch oben am Schlossberg im See. «Ich mag das Verspielte», sagt Huser. «Wenn alles ein bisschen verschoben ist, achtet man sich viel mehr auf die kleinen Dinge.» Hinter den 24 Türchen warten viele Überraschungen, natürlich auch alle von Huser selbst gemalt. Hinter einer Zahl guckt er gar selber hervor. Huser freut sich, dass der Kalender auch in Lenzburg gedruckt wurde – bei der Kromer Druckerei. Bei einer Besichtigung konnte er die gut 100 Jahre alte Maschine begutachten, die bei seinen Kalendern die Türchen gestanzt hat. «Die funktioniert noch immer.»

Zur Anzahl der produzierten Kalender wollte Christoph Hofstetter sich nicht äussern. «Wir hoffen, dass der Kalender gut ankommt und wir möglichst viele verkaufen», sagt er. Wie diese Zeitung jedoch von einem Weihnachtswichtel in Erfahrung bringen konnte, sind von beiden Formaten ein paar Hundert Kalender vorhanden.

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