Möriken-Wildegg
In Urkunden, Verträgen und Briefen der adligen Schlossherren stöbern

Der Regierungsrat unterstützt die Aufarbeitung des Archivs der Schloss-Wildegg-Bewohner mit einem Beitrag aus dem Swisslos-Fonds. Das Effinger-Archiv widerspiegelt in einmaliger Kontinuität das Leben und Wirken eines aargauischen Adelsgeschlechts.

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Die Geschichte der Bewohner von Schloss Wildegg wird öffentlich gemacht.

Die Geschichte der Bewohner von Schloss Wildegg wird öffentlich gemacht.

Pascal Meier

Der Regierungsrat hat 60000 Franken aus dem Swisslos-Fonds für die Aufarbeitung des 40 Laufmeter umfassenden Archivs der Wildegg beschlossen. Das Archiv setzt sich zusammen aus dem Herrschaftsarchiv der Familie Effinger von 1267 bis 1912 und dem Archiv der Domänenverwaltung Wildegg ab 1912.

Julie von Effinger, die letzte Schlossherrin auf der Wildegg, starb 1912 ohne Nachkommen und vermachte ihren Besitz der Eidgenossenschaft. 2011 erwarb die Stiftung Schlossdomäne Wildegg den gesamten Besitz, zu dem das Schloss, seine Ausstattung, die umgebende Domäne sowie ein umfangreiches Archiv und eine Bibliothek gehören.

Adelsgeschichte im Aargau

Das überlieferte Archiv der Familie Effinger, die von 1483 bis 1912 auf der Wildegg gelebt hat, ist für die Geschichte des niederen Adels auf Aargauer Gebiet eine zentrale Quelle. Das Archiv blieb – abgesehen von einem Brand 1552 – von grösseren Zerstörungen und Archivräumungen auch infolge Handänderungen oder Erbteilungen verschont.

Das Effinger-Archiv widerspiegelt in einmaliger Kontinuität und Dichte das Leben und Wirken eines aargauischen Adelsgeschlechts. Die Effinger sind darin als Amtsträger von Bern dokumentiert, als Domänenbesitzer und ebenso als Privatpersonen mit ihren Beziehungen, Interessen und Anschauungen in einem Zeitraum von über 400 Jahren.

Elektronische Aufbereitung

Damit das umfangreiche Archiv der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann, soll es konservatorisch aufgearbeitet und elektronisch verzeichnet werden.

Das Archiv setzt sich zusammen aus Urkunden, Verträgen, Briefen, Stammbüchern, Hausbüchern, persönlichen Aufzeichnungen und Verwaltungsakten sowie Plänen und Fotos.

Die Aufarbeitung des Archivs schafft die Grundlage für die nachhaltige Vermittlungsarbeit des Museum Aargau auf der Wildegg und bietet Quellenmaterial zur Erforschung der Adelsgeschichte in der Schweiz. Nach der Aufarbeitung wird das Effinger-Archiv im Staatsarchiv in Aarau zugänglich gemacht. (az)