Es ging einmal «hüst» und einmal «hott» in Leutwil – aber deswegen noch lange nicht unwillkürlich hin und her. Im Gegenteil: Die Kommandos «hüst» und «hott» wurden von Fuhrleuten gezielt eingesetzt und von ihren Pferden akkurat umgesetzt. Nur so konnten die kniffligen Aufgaben gelöst werden, die Markus «Eichi» Eichenberger und sein Team den Teilnehmern der ersten Holzrücke-Meisterschaft gestellt hatten.

Obwohl heutzutage die meiste Holzerarbeit im Wald von Maschinen erledigt wird, kommen noch Pferde zum Einsatz. Selten gibt es dabei Publikum, doch beim Holzrücke-Wettbewerb hatten Zuschauer die Möglichkeit, diese Arbeiten hautnah mitzuerleben. Dass dafür kräftige Kaltblutpferde benötigt wurden, versteht sich von selbst, so konnten die Zuschauer wahre Muskelberge mit bis zu 900 Kilogramm Gewicht sehen und gleichzeitig deren Geschicklichkeit bewundern.

Die Parcours des Holzrücke-Wettbewerbs imitierten die verschiedenen Aufgaben der Waldarbeit. Die erste Herausforderung lag in der steilen Hanglage des Wettkampfgeländes. Die Pferde mussten trittsicher bergauf und bergab gehen, der Stamm, den sie dabei zogen, durfte nicht unkontrolliert rutschen. Auch ein Podest aus Baumstämmen war aufgebaut. Die Pferde sollten hinaufklettern, auf dem glitschigen Holz das Gleichgewicht bewahren und auf der anderen Seite wieder hinunterspringen, selbstverständlich mit angehängter Last.

Millimeterarbeit war gefragt, wenn das Gespann zwischen zwei Pfosten durchschreiten musste, ohne einen umzuwerfen. Der Stamm sollte auch auf einen Bock gezogen und in der Schwebe gehalten werden oder millimetergenau auf «aufgepoltert», also auf zwei andere Stämme gelegt, werden. Immer wieder mussten die Pferde ganz ruhig stehen, sei es, damit der Fuhrmann ein Hindernis aus dem Weg räumen oder eine in den Pferdebeinen verhedderte Kette lösen konnte.

Das alles funktionierte nur, wenn sich Ross und Fuhrmann verstanden. Wer mit einem fremden Kaltblüter am Start war, konnte damit allerdings Probleme haben. Nicht alle Pferde verstehen die gleichen Kommandos, denn diese sind von Region zu Region verschieden.

Der Deutsche Meister Peter Niebauer hatte sich für den Wettkampf den einheimischen «Felix» ausgeliehen. «Die Sprache war manchmal schon ein bisschen schwierig», meinte er. «Hier sagt man ‹hüa› für ‹vorwärts› und ‹hüst› für ‹links›. Ich verwende ‹komm› und ‹ha›.» Nur beim rechtsherum gab’s keine Probleme, denn ‹hott› bedeutete für beide das Gleiche.