Lenzburg
In Lenzburg entstehen 28 kleine Wohnungen für Jugendliche

Verein Wohnen 16plus baut in Lenzburg Kleinwohnungen. Auf einer 1700 Quadratmeter grossen Parzelle der SBB, an der Sophie-Hämmerli-Strasse, sollen 28 kleine Wohnungen und Ateliers entstehen. Der Verein bietet bereist in Nussbaumen solche Wohnungen an

Barbara Vogt
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Das Siegerprojekt «Gleis+» der Stoos Architekten aus Brugg. Die Visualisierung zeigt die Südwestansicht der Überbauung, gegen die Bahnlinie hin.

Das Siegerprojekt «Gleis+» der Stoos Architekten aus Brugg. Die Visualisierung zeigt die Südwestansicht der Überbauung, gegen die Bahnlinie hin.

zvg

Endlich hat der Verein Wohnen 16plus gefunden, wonach er seit Jahren suchte: Bauland, auf dem er Wohnungen für junge Menschen ab 16 Jahren realisieren kann. Der Verein bietet bereits in Nussbaumen günstigen Wohnraum für Junge an, die in einer Ausbildung stecken. Sie wohnen da, weil sie familiäre Schwierigkeiten haben oder ihr Ausbildungsplatz zu weit von ihrem Elternhaus entfernt liegt, sagt Daniela Oehrli, Badens Stadträtin und Präsidentin von «Wohnen 16plus». Weil es für die bestehenden 25 Kleinwohnungen eine Warteliste gibt, suchte der Verein im Westen des Kantons nach weiteren Wohnmöglichkeiten.

Auf einer 1700 Quadratmeter grossen Parzelle der SBB, an der Sophie-Hämmerli-Strasse in Lenzburg, sollen 28 kleine Wohnungen und Ateliers entstehen. Der Landspickel liegt zwischen Bahngleis und Hauptstrasse – nicht das ruhigste Fleckchen Erde. Für Oehrli hat er dennoch grosse Vorteile: «Er liegt zentral. Der Bahnhof ist nur wenige Minuten entfernt. Das ist für junge Menschen wichtig, die meisten von ihnen sind auf den öffentlichen Verkehr angewiesen.» Grosse Städte seien schnell erreichbar und in der Region gebe es mehrere wichtige Berufsschulen und Ausbildungsplätze.

Für die Überbauung führte der Verein einen Wettbewerb zwischen drei Architekturbüros durch. Gestern Morgen wurde das Siegerprojekt vorgestellt: «Gleis+» der Stoos Architekten aus Brugg. Das Projekt überzeuge in seiner Direktheit und Klarheit, heisst es in der Projektkritik. Im mehrstöckigen Gebäude mit Metallfassade – sie nimmt die Gleisstruktur auf – sind kleine Studios (35 m) und Attikawohnungen integriert.

Der Stadtrat Lenzburg begegnet dem Projekt mit Wohlwollen. Bereits ist die Stadt Mitglied des Vereins «Wohnen 16plus». Für die Finanzierung des Neubaus brauche es jedoch kein Geld aus der Stadtkasse, sagt Stadträtin Heidi Berner. «Die Unterstützung erfolgt durch Schaffung guter Rahmenbedingungen, wie dies bei anderen Betrieben, die sich in Lenzburg niederlassen wollen, auch der Fall ist.» Allerdings wollen die Lenzburger, dass die jungen Menschen, die im «Wohnen 16plus» leben, damit keinen Wohnsitz begründen. Berner: «Falls die jungen Leute Sozialhilfe benötigen, ist das Sache der Herkunftsgemeinden.»

Der Verein «Wohnen 16plus» hat deshalb strenge Regeln. Die Bewohner müssen sich als Wochenendaufenthalter melden. Haben sie ihre Ausbildung abgeschlossen, müssen sie innert dreier Monate ausziehen. Damit wolle man ihre Eigenverantwortung fördern und sie motivieren, an ihrer Ausbildung festzuhalten, so Daniela Oehrli.

Rund vier Millionen Franken kostet die geplante Überbauung in Lenzburg. Der Verein greift auf Eigenmittel zurück. Aber er braucht auch Fremdkapital. Für rund 300000 Franken werden Sponsoren gesucht. Der Swisslos-Fond hat dem Verein bereits 700000 Franken zugesichert.