Am Mittwochnachmittag rollt Beat Ullmann mit zwei Koffern an. Darin ist alles, was er zum Arbeiten braucht. Damit bezieht er sein 0.89 Quadratmeter grosses, temporäres Büro, eine umgenutzte Telefonkabine auf dem Lenzburger Seifi-Areal. 

«Ich fühle mich hier wohl», sagt er, eingeklemmt zwischen «Bürotisch», Gestell und Kabinenwand, im Beitrag von Tele M1. Das winzige Büro passe zu seinem aktuellen, ebenfalls kleinen Projekt: eine Stalltüre und eine Dachrinne für einen Stall im Tessin.

Mieten für zwei Wochen oder drei Monate

Mitte Juli teilte die Stadt Lenzburg mit, dass aus den Telefonkabinen bei der ehemaligen Post, dem Kronenplatz und auf dem Seifi-Parkplatz sogenannte «Kultkabinen» werden. Sie sind umgestaltet worden und sollen jetzt als Schaufenster für lokale Vereine, Gewerbler oder Kulturorganisationen dienen.

Jede Kabine verfügt über Licht, Bank, Tisch und einen öffentlich zugänglichen Defibrillator. Gemietet werden können die Kabinen für mindestens zwei Wochen und höchstens drei Monate bei der SWL Energie AG.

Die Lenzburger «Kultkabinen»:

Architekt Ullmann ist quasi Untermieter. Er nutzt die Kabine, die eine Möbelfirma gemietet hat. Praktisch, da so ein Gestell für seine Sachen bereits vorhanden ist. Bis Anfang Oktober wird er zweimal wöchentlich in seinem «Zweigbüro» anzutreffen sein, wie er es nennt. (smo)