Birrwil

In einem Monat wird über das Schulhaus entschieden – kommt das Ende einer Leidensgeschichte?

Die Ostansicht des neuen Schulhauses: Ein grosser Pausenplatz gibt den Kindern eine Spielmöglichkeit

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Die Realisierung des neuen Schulhauses Birrwil kostet 5,5 Millionen Franken. Am 22. November muss die Gemeindeversammlung über den Kredit befinden.

Birrwil und das neue Schulhaus. Eine Geschichte, die sich schon länger hinzieht und ihre Höhen und Tiefen hatte. 2014/2015 wurde das erste Schulraumkonzept entworfen. Später trat die damalige Schulpflege geschlossen zurück und auch der Gemeinderat Heinz Neeser demissionierte, weil das Vorhaben nicht wie gewünscht vorankam.

Jetzt macht es den Anschein, als würden die Birrwiler zu ihrem Schulhaus kommen. Im September 2019 konnte die Planung für das Bauprojekt abgeschlossen werden. An der Gemeindeversammlung am 22. November wird nun über den Baukredit abgestimmt.

«Ein Meilenstein für unser Dorf»

Ursprünglich sollte schon die Gemeindeversammlung im Sommer entscheiden. Der Gemeinderat nahm das Geschäft jedoch kurzfristig wieder von der Traktandenliste, mit der Begründung, dass es erst im Herbst möglich sei, möglichst transparente und genau Zahlen vorzulegen.

Diese Zahlen gibt es jetzt und sie wurden am Mittwochabend anlässlich einer Informationsveranstaltung präsentiert. Gemeindeammann Max Härri bezeichnete das Projekt als «ein Meilenstein für unser Dorf» und «ein Geschäft, dass eine längere Geschichte hinter sich hat».

Die Realisierung des neuen Schulhauses soll rund 5,5 Millionen Franken kosten und würde damit rund eine halbe Million teurer, als es ursprünglich im Raum stand (AZ vom 27.9.18).
Realisiert wird das Projekt vom Basler Büro «Brandenberger Kloter Architekten». Projektleiter Cedric Odermatt schilderte, auf was bei der Planung geachtet wurde.

So soll das Schulhaus eine robuste Fassade und ein klassisches Giebeldach bekommen. Ziel sei es gewesen ein langlebiges und kompaktes Gebäude zu konstruieren, dass der Gemeinde über Jahre hinweg erhalten bleibe.

Das Projekt «Schulhaus Birrwil» zieht einige Nebenprojekte nach sich. So soll unter anderem der «Bergbach» renaturiert und die Stützmauer neben dem Schulhaus erneuert werden. Zusätzlich wurde auch geprüft, ob eine Regenwassernutzung möglich ist. Dies war mittels Antrag an der Gemeindeversammlung gefordert worden.

Die geschätzten Kosten für die Nebenprojekte belaufen sich auf eine halbe Million Franken. Darin enthalten wäre auch die Erschliessung des Gebietes «Säumärt» mit der Kanalisation – dieses Vorhaben hängt jedoch nicht direkt mit dem Schulhausprojekt zusammen. Der Kredit für die Erschliessung wird an der Gemeindeversammlung separat behandelt.

Die Bauarbeiten beginnen im besten Fall, im Juli 2020 und kollidieren nicht mit dem Jugendfest (26. bis 28. Juni 2020). Der Plan sieht vor, dass das neue Schulhaus an Ostern 2022 in Betrieb genommen werden kann.

Angst vor einem Leerstand wie in Gontenschwil

In der anschliessenden Diskussion zeigte sich, dass das Projekt bei den Anwesenden teilweise immer noch einen schweren Stand hat. So wurde unter anderem gefragt, ob es eine Sicherheit gebe, dass das Schulhaus auch langfristig betrieben werden könne. Oder ob das Schulhaus irgendwann leer stehen werde, ähnlich wie es demnächst in Gontenschwil der Fall sei.

Auch das Raumangebot des Schulhauses wurde hinterfragt. Aktuell hat die Volksschule Birrwil (Primarschule und Kindergarten) 50 Schüler. Per 2021 soll die Schüleranzahl auf 74 Schüler ansteigen.

Der Gemeinderat konnte den Votanten jedoch insofern beruhigen, dass die Schüleranzahl in den kommenden Jahren in dieser Höhe stagnieren sollte, zudem wäre es gemäss dem Architekten möglich, einen Anbau zu realisieren. Am 22. November entscheidet die Gemeindeversammlung, ob das Schulhaus gebaut werden kann.

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