Region
In der Masse können Jugendliche ohne Hemmungen beten

Lenzurg-United, so heisst der neue regionale Gottesdienst, den rund 90 Jugendliche besucht haben. Der neue Evangelische Jugendgottesdienst entstand in Zusammenarbeit mit Freikirchen uns zieht deshalb vor allem dessen jugendliche Mitglieder an.

Janine Gloor
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Rund 90 Jugendliche nahmen am Jugendgottesienst teil. (Symbolbild)

Rund 90 Jugendliche nahmen am Jugendgottesienst teil. (Symbolbild)

Keystone

90 Jugendliche nahmen im Februar am ersten regionalen Jugendgottesdienst teil. Sie haben ihn auf den Namen Lenzburg-United getauft. Entstanden ist der Gottesdienst aus der Evangelischen Allianz, zu der die reformierten Kirchgemeinden Lenzburg-Hendschiken, Niederlenz und Staufberg, die Chrischona Lenzburg, die Freie Christengemeinde Lenzburg und die evangelisch-methodistische Kirche Hunzenschwil gehören.
«Ein regionaler Jugendgottesdienst war für mich ein lang gehegter Traum», sagt Pastor Simon Rohr von der Chrischona Lenzburg. Er fand heraus, dass Markus Zogg von der Kirchgemeinde Staufberg vom gleichen träumte. Um den Jugendgottesdienst Realität werden zu lassen, haben die Kirchen der Evangelischen Allianz zusammen mit der Freien Missionsgemeinde Hunzenschwil die Jugendallianz Sektion Lenzburg gegründet.
Input statt Predigt
Olaf Wittchen, Pfarrer der Reformierten Kirchgemeinde Lenzburg-Hendschiken, befürwortet die Zusammenarbeit mit den Freikirchen. «Wir glauben an denselben Gott und Christus, ein Austausch ist eine gute Sache», sagt er. Jedoch habe er mit seinen Schülern den Jugendgottesdienst auch kritisch betrachtet. «Die Freikirchen haben einen anderen Stil als wir.» Missionarischer sei dieser. Von den zahlreichen Teilnehmern am Gottesdienst im Februar gehörte nur eine Handvoll den Landeskirchen an.
Das Vokabular am Gottesdienst dürfte für die reformierten Jugendlichen ungewohnt gewesen sein. Die Predigt des Jugendgottesdienstes heisst Input. «Sie ist kurz und knackig und behandelt jedes Mal ein anderes Thema», sagt Rohr. Statt eines Kirchenlieds ertönt ein Worship-Song (Anbetungslied). Mit einer Moderation wird durch den Abend geführt, eine Band spielt Lieder mit englischen Texten. Nach 75 Minuten Gottesdienst können sich die Jugendlichen an der Bar austauschen. «Der Inhalt und die Sprache der Gottesdienste sind an die jugendliche Kultur angepasst», sagt Rohr.

Die ausgelassene Stimmung, die mit diesem aufgelockerten Rahmen erzeugt wird, entsteht nur, wenn genügend Personen teilnehmen. «In einer grösseren Gruppe gibt es andere Dynamiken, die Jugendlichen können sich anonymer bewegen und dadurch sinkt die Hemmschwelle für neue Besucher», erklärt Rohr. Auch Michael Luikert, Pastor bei der Freien Missionsgemeinde Hunzenschwil, sieht in der Grösse das entscheidende Element für den Erfolg des ersten Jugendgottesdienstes. «Ein Jugendgottesdienst mit so vielen Teilnehmern wirkt auf die Jugendlichen motivierend, die Stimmung ist entspannt. Die Jugendlichen sehen, dass da noch andere sind, die an Gott glauben.»
Der erste Jugendgottesdienst fand im Zopfhuus Staufen statt. Aufgrund des grossen Andrangs mussten sich die Organisatoren bereits nach einem neuen Veranstaltungsort umsehen, gemäss der Homepage von Lenzburg-United finden die restlichen vier Gottesdienste des Jahres im reformierten Kirchgemeindehaus Lenzburg statt.