Noch liegen die weissen gebügelten Tischdecken schön zusammengefaltet auf den Tischen. Doch schon in wenigen Stunden steigt in der Gaststube das Eröffnungsfest. In der «Eintracht» sieht es an diesem Morgen genau so aus, wie man sich ein Restaurant kurz vor der Eröffnung vorstellt: Kisten vollgepackt mit Material und herumstehendes Mobiliar versperren den Weg. Stimmen dringen aus der Küche, es folgt ein lautes Scheppern. Überall sind Spuren eifrigen Werkelns auszumachen.

Er steht an der Front, sie in der Küche

Das war am Wochenende, ab Montag ist die «Eintracht» offiziell unter neuer Führung offen. Die Besitzer heissen Milenka und Goran Lucic. Er ist der Gastgeber an der Front und sie hält in der Küche das Zepter in der Hand. Sie koche leidenschaftlich gern, sagt sie – was ein Blick in die Menükarte bestätigt.

Ins Auge stechen dabei auserlesene Fleischspezialitäten mit der Bezeichnung «Swiss Gourmet Grand Cru». Bevor die Fleischstücke in der Pfanne landen, werden sie drei Wochen lang auf sibirischem Lärchenholz gelagert. «Das gibt ihnen eine ganz spezielle Note», sagt Lucic.

Serviert werden die Spezialitäten im neuen Steakhouse. Ein Bulle auf einem in Rot- und Schwarztönen gehaltenen Bild an der Wand dominiert den Raum. Das Steakhouse gehört zusammen mit der gemütlichen Zigarren-Lounge zu den Neuerungen im Haus – und zu zwei ganz besonderen Genussoasen in der «Eintracht».

Im Speiserestaurant wird wie bisher preiswerte Alltagsküche angeboten. Hier will Lucic beispielsweise den Vereinen auch zu später Stunde noch etwas Warmes auftischen. Und dann gibt es hausgemachte Mini-Patisserien, die Naschkatzen wirds freuen.

Acht heisst Eintracht und Harmonie

Die Bezeichnung «Eintracht» bleibt unverändert – neu ist jedoch der Auftritt: «Eintracht» wird nicht mehr ausgeschrieben, das Wortende kommt als Zahl daher. «Acht bedeutet Harmonie und ist ein Synonym für Eintracht», sagen die neuen Wirtsleute. Das ist ganz nach dem Gusto der bisherigen Besitzerin, Therese Humbel. Sie hätte ihr gut gehendes Speiserestaurant nämlich nicht jedem übergeben, sagt sie.

Es musste jemand sein mit demselben Herzblut, das sie gut zwölf Jahre lang in den Betrieb gesteckt hatte. Jemand, der Sorge trägt zum Geist des Hauses. Und jetzt? «Das Ehepaar Lucic passt genau, es ist gut so, wie es ist», sagt Humbel. Die beiden Frauen schauen einander an, lachen, im Blick liegt Sympathie. Ihre Haltung spricht eine klare Sprache: Hier stehen zwei Power-Frauen nebeneinander.

Lucics kommen aus Erlinsbach. Vierzehn Jahre waren sie dort Pächter, «ebenfalls auf einer Eintracht». Milenka Lucic lacht. «Und das ist nun der letzte Wechsel. Hier wollen wir bleiben.»