Die Wahlen in Boniswil sind extrem spannend – aber auch begleitet von Misstönen. Die SVP will unbedingt ein zweites Mandat. Sie hat deshalb ihren Mitgliedern, Gönnern und Sympathisanten geschrieben: «Um ein bestmögliches Resultat unserer Kandidaten zu erreichen, bitten wir Sie, Ihre Stimmen nur den von uns unterstützten Personen zu geben. Die anderen Bewerber erhalten ihre Stimmen auch so.» Das «nur» ist in Boniswil einigen in den falschen Hals gekommen – auch innerhalb der SVP. Denn bisher war es Usus, dass die Parteien gegenseitig die Bisherigen unterstützten.

Die Ausgangslage: Dem Gemeinderat Boniswil gehören zur Zeit zwei FDP-Mitglieder, zwei Parteilose und ein SVP-Mann an. Gemeindeammann Gérald Strub (FDP), Vizeammann Roland Balmer (SVP) und der im letzten November ins Gremium gewählte Rainer Sommerhalder (parteilos) möchten für eine weitere Amtsperiode wiedergewählt werden. Nicht mehr antreten die beiden Frauen Heidi Villiger (FDP) und Silvia Gebhard (parteilos).

Bereits im Juni hat die SVP neben ihrem Bisherigen Roland Balmer den Neuen Dietmar Schrödinger (52) nominiert. Er arbeitet als Experte für Anästhesie und Intensivpflege am Spital Biel. Schrödinger war einige Jahre in der Feuerwehr Boniswil und gehört jetzt dem Regionalen Führungsstab an.

Zwei parteilose Frauen

Mittlerweile bewerben sich auch zwei Frauen für einen Gemeinderatssitz. Beide als parteilose, beide unterstützt von der Gruppierung «Zukunft Boniswil», die letztes Jahr auch Rainer Sommerhalder portiert hatte. Karin Koch-Gautschi (47) hat sich kurzfristig für eine Kandidatur entschieden – nach Ablauf der offiziellen Anmeldefrist. Karin Koch-Gautschi lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen seit neun Jahren in Boniswil. Sie ist im Immobilienbereich tätig – seit 2015 selbstständig.

Die zweifache Mutter Monika Hermann-Urech (43) ist eine Ur-Boniswilerin. Beruflich war sie eine zeitlang Stadtschreiber-Stellvertreterin in Bremgarten. Heute arbeitet sie Teilzeit in einem Advokatur- und Notariatsbüro. Sie ist Ehrenmitglied des Damenturnvereins.

Beide Kandidatinnen betonen, sie könnten ihre Zeit flexibel einteilen, was für ein Gemeinderatsamt optimal sei: «Als berufstätige Familienfrauen haben wir ein offenes Ohr für die Anliegen der Dorfbevölkerung.» (uhg)