Hendschiken
In 5 Minuten waren 88 Tonnen weg: Brückenabbruch für die Bünz

Die Renaturierung der Bünz kommt voran: Jetzt wird die Eichhofbrücke abgebrochen. Und es wird eine neue Brücke gebaut. Bis Juli soll der Grossteil der Arbeiten erledigt sein. Die Kosten summieren sich auf knapp 3 Millionen Franken.

Pascal Meier
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Spektakuläres Schauspiel: Die alte Eichhofbrücke wird per Pneukran von den Stützen gehoben.Pascal Meier

Spektakuläres Schauspiel: Die alte Eichhofbrücke wird per Pneukran von den Stützen gehoben.Pascal Meier

Mit trügerischer Leichtigkeit und Ächzen löste sich diese Woche die Eichhofbrücke von den Betonstützen, auf denen die 88 Tonnen schwere Brücke jahrzehntelang stand. Ein Pneukran hob die Brücke einige Meter an und setzte sie neben der Bünz ab, wo der Betonbau nun abgebrochen wird. Das Schauspiel dauerte nur fünf Minuten und wurde von einigen Schaulustigen mitverfolgt.

Parallel zum Abbruch der Brücke entsteht an dessen Stelle eine neue Brücke. Die Widerlager als Stützen sind in den vergangenen Wochen bereits erstellt worden. Jetzt wird die Brücke an Ort und Stelle gebaut. Der grosse Teil der Arbeiten soll bis Ende Juli abgeschlossen sein, danach folgen diverse kleinere Anpassungen. Die Brücke ist vorläufig für den Verkehr gesperrt, für Fussgänger wurde ein provisorischer Steg gebaut.

Die neue Brücke ist mit 150 Tonnen nicht nur schwerer als die alte, sondern auch länger: Die Spannweite beträgt über 15 Meter. Grund ist die laufende Renaturierung der Bünz auf Hendschiker Gemeindegebiet: Als eines der letzten Teilstücke in der Region wird der Bach auf einer Länge von einem Kilometer zur kleinen Auenlandschaft.

Die Bünz erhält damit das Land, das ihr im 20. Jahrhundert durch Begradigung und Befestigung entzogen wurde, zurück. Die Ufer werden flacher und die Gewässerrinne schmaler. Die Bünz bietet dadurch Fischen auch bei niedrigem Wasserstand einen besseren Lebensraum. Zudem verbessert sich der Schutz bei Hochwassern, einer der Hauptgründe für die Renaturierung.

Im Rahmen dieser Renaturierung ist Anfang Jahr bereits die Falkenmattbrücke ersetzt worden. Wie die Eichhofbrücke war diese in schlechtem Zustand und hätte sowieso abgebrochen werden müssen. Die Renaturierung ist damit für die Gemeinde finanziell ein Glücksfall: Denn Bund und Kanton beteiligen sich an den Kosten, weil der Brückenneubau im Rahmen der Renaturierung erfolgt.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 2,9 Millionen Franken, 1 Million davon für die beiden Brücken. Der Bund beteiligt sich mit 70 Prozent, der Kanton mit 13,5 Prozent. Zulasten der Gemeinde verbleiben 480 000 Franken (16,5 Prozent).