Schafisheim
Im zweiten Anlauf soll es nun klappen mit dem Schofiser «Sunnepark»

Das überarbeitete Projekt für 30 Alterswohnungen liegt auf der Gemeindekanzlei vor. Die Bevölkerung freuts.

Ruth Steiner
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Visualisierung des überarbeiteten Alterswohnungsprojekts.

Visualisierung des überarbeiteten Alterswohnungsprojekts.

Zur Verfügung gestellt

Dass in Schafisheim Alterswohnungen gebaut werden sollen, sei eine gute Sache, sagt Hans Winzenried. «Schreiben Sie positiv darüber.» Er will auf der Gemeindekanzlei ebenfalls das Baugesuch studieren. Winzenried zieht in Erwägung, dereinst sein Haus zu verkaufen und in eine Alterswohnung zu ziehen, natürlich in Schofise.

Die Gebr. Faes AG aus Oberkulm will im Gebiet Stapfe 30 Alterswohnungen bauen. Das Projekt «Sunnepark» ist noch bis zum 23. September öffentlich aufgelegt. Für 9,3 Millionen Franken sollen 12 2,5-Zimmer- und 18 3,5-Zimmermietwohnungen gebaut werden. Hinzu kommen eine Tiefgarage mit 20 Autoabstellplätzen und 6 oberirdische Besucherparkplätze.

So weit, so gut: Tatsächlich jedoch ist das Bauvorhaben «Sunnepark» eine längere Geschichte, in der noch nicht alle Kapitel zu Ende geschrieben sind. Zum einen geht es um das Projekt selber, zum andern um das Gebiet Stapfe, in welchem die Alterswohnungen realisiert werden sollen. Dieses liegt in der Zone für öffentliche Bauten (siehe separaten Text).

Drei Häuser anstelle von zwei langen Baukörpern

Doch der Reihe nach: Das erste Projekt hat die Bauherrin vor zwei Jahren zurückgezogen, nachdem ihm aus der Bevölkerung viel Gegenwind entgegenblies: Zu wuchtig sei die Baute, sie komme einer Barriere gleich, versperre die Sicht und sei dem Ortsbild wenig zuträglich, wurde moniert. Der Gemeinderat gab anschliessend eine Entwicklungsstudie in Auftrag, um Leitlinien für das gesamte Gebiet zu schaffen.

Aufgrund dieser neu geschaffenen Grundlagen hat Totalunternehmerin Gebr. Faes AG das Projekt überarbeitet. Anstelle von zwei nebeneinanderstehenden Baukörpern werden nun drei Häuser versetzt aufgestellt. Gegenüber dem Erstprojekt liegen der Eingangsbereich und die Publikumszone rund eine halbe Geschosshöhe tiefer als die Strasse, schreibt die Bauherrin.

Ebenso soll der historische Fussabdruck zum einst mit Obstbäumen reich bestückten Gebiet hergestellt werden. «Die Fassaden werden mit Pflanzen begrünt. Zusammen mit dem naturnahen Park auf der Einstellgarage wirkt die Arealüberbauung gut eingebettet in die ländliche Umgebung.»

Diese Meinung teile der Gemeinderat, bestätigt Gemeinderätin Nadine Widmer. Dort gibt man sich sehr zufrieden mit dem nun aufgelegten, überarbeiteten Projekt. «Die Zielsetzung des Gemeinderates ist klar: Die Alterswohnungen sollen baldmöglichst erstellt werden können», sagt Widmer.

Gemeinderat hat Mitspracherecht

Die Parzellen, auf denen die Alterswohnungen 60+ realisiert werden sollen, unterstehen speziellen Bestimmungen. Die wichtigsten: Wohnungsmieter müssen mindestens 60 Jahre alt sein. Eine Aufteilung der Wohnungen in Stockwerkeigentum ist nicht gestattet.

Handänderungen bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Gemeinderats. Und der Gemeinde Schafisheim steht ein Vorhandrecht an den bebauten Teilen der beiden Parzellen zu.
Bevor jedoch im «Stapfe» die Bagger auffahren können, muss noch vieles geklärt werden. Klar ist im Moment nur dies: Solange die anstehenden Fragen im «Stapfe» nicht gelöst sind, bleiben die Pläne für den «Sunnepark» in der Schublade.

Das Gebiet «Stapfe» entwickelt sich nur zögernd

Die Entwicklung des Gebiets Stapfe bereitet Kopfzerbrechen. In Schafisheim ist die Diskussion darüber entbrannt, ob ein derartiges Projekt in der öffentlichen Zone (OeB) überhaupt realisiert werden kann.

Man sei ursprünglich davon ausgegangen, doch offensichtlich herrsche diesbezüglich keine Rechtsklarheit, erklärt Gemeindeammann Roland Huggler. Nebst den Alterswohnungen harren im «Stapfe» weitere Probleme einer Lösung.

Aus diesem Grund hat der Gemeinderat den «Stapfe» aus der Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) abgekoppelt, um deren Gesamterneuerung nicht zu gefährden (AZ 3. 9.).

In der Zwischenzeit sei der Gemeinderat nicht untätig, so Huggler. «Wir sind im Gespräch mit dem Kanton, Abteilung Raumentwicklung, und sind sehr zuversichtlich, dass wir für alle anstehenden Probleme eine gangbare Lösung finden werden.» (str)

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