Die Tradition vom schönsten Tag im Leben ist stark im Wandel. Die kirchlichen Trauungen sind in der Schweiz seit 2011 um ein Drittel zurückgegangen. Es wird aber nicht weniger geheiratet, sondern nur noch zivil auf dem Standesamt – und mit einer weniger aufwändigen Feier. An der Hochzeitsmesse Lenzburg, die am vergangenen Wochenende über die Bühne ging, bestätigen nicht nur die Paare diesen Trend, sondern auch Anbieter aus der Hochzeitsbranche, wie eine Umfrage von Tele M1 zeigt.  

Besonders die Hochzeitsschneider bemerken den Trend weg von der kirchlichen Hochzeit. Viele Frauen, die sich standesamtlich trauen lassen, legen sich kein traditionelles langes, weisses Brautkleid zu. Als Antwort auf diesen Trend bietet man nun auch kurze Hochzeitskleider an, wie Monika Lüthi, die in der Branche tätig ist, erzählt. 

Obwohl sie eigentlich am direktesten betroffen sind, sehen Vertreter der Aargauer Landeskirchen die schwindende Anzahl kirchlicher Trauungen nicht nur negativ. Der reformierte Pfarrer von Meisterschwanden-Fahrwangen, Phillip Nanz, freut sich, dass die Paare, die sich heute in der Kirche verheiraten, dies oftmals mit mehr Überzeugung tun – «und nicht einfach weil es der Wunsch der Grossmutter ist».

Heute werden die Hochzeitsfeierlichkeiten zwar immer individueller, aber oftmals auch weniger pompös. Viele Brautpaare wünschen sich kein teures Fest mehr und planen ein kleineres Budget für ihren schönsten Tag im Leben ein. Dies bekommen auch die Floristen zu spüren – und passen ihr Angebot an. «Man kann auch mit wenig viel herausholen», sagt Floristin Hanna Knoblauch. Sie hat auch passende dezentere Dekorationen für kleine Feiern im Angebot.

Das Fazit der Hochzeitsexpo zeigt, dass die Hochzeitsbranche nicht vor dem Aus steht. Es gibt schliesslich immer noch genug Paare, die ihren Bund der Liebe mit einem rauschenden Fest zelebrieren wollen.