Er erinnert an ein Potemkinsches Dorf, also an eine Filmkulisse, die etwas vorspiegelt, das nicht gehalten werden kann. Der «Bären» am Seenger Kreuzplatz besteht aktuell nur aus der Süd- und der Westfassade, dahinter nichts ausser einer Baugrube.

Doch schon bald soll es mit dem «Seetaler Kolosseum», wie das Bau-Skelett wegen der offenen Fensteröffnungen auch schon benannt wurde, weitergehen. An der Stelle des lange leerstehenden und im Frühjahr abgerissenen Gasthauses entsteht ab Oktober ein Gastronomiebetrieb mit einer Whisky-Lounge im Erdgeschoss und darüber
18 Hotelzimmern und 2 Suiten.

Bauherr ist der bekannte Hotelier Rolf Kasper, zu dessen Firmen in der Region etwa «Aarau West» in Oberentfelden, «Hotel Lenzburg» und «Krone» in Lenzburg, «Aarehof» in Wildegg, «Hallwil» in Beinwil am See, «Herberge» in Teufenthal sowie «Kreuz» und «Bären» in Suhr gehören.

Baustopp wegen Kellergewölbe

Der mit den Ortsbild- und Denkmalschutzverantwortlichen abgesprochene Neubau des 1660 erstmals mit dem Tavernenrecht bedachten «Bären» kam im Sommer ins Stocken, als der Gemeinderat Seengen einen Baustopp erliess. «Es wurde mehr abgebrochen, als in der Bewilligung erlaubt wurde», so der für dieses Projekt zuständige Vizeammann Dieter Gugelmann zur az.

Gemäss Projektleiter André Wey von der Realit Bautreuhand AG sei der monierte Natursteinkeller wegen seiner Bauweise eingestürzt: «Das waren nur runde Steine, mit etwas Lehm verpappt.» Inzwischen hat man die Baupläne den Begebenheiten angepasst. «Ich habe es nicht pressant. Es ist im Interesse der Gemeinde, dass dieser Schandfleck im Dorf möglichst schnell einem Neubau Platz macht», kommentierte Rolf Kasper die Situation während der Baustopp-Verzögerung. Inzwischen hat der Gemeinderat den Baustopp aufgehoben.

Letzte Woche wurde in der Nacht zwischen dem «Bären» und dem denkmalgeschützten Burgturm ein Podest montiert. «Dies geschieht, damit der Verkehr während der Arbeiten weiter zirkulieren kann», so André Wey. Hier wird nun ein Gerüst montiert, um im Oktober mit den Aufmauerarbeiten starten zu können. Im nächsten Sommer soll der neue «Bären» fertig sein.