Fahrwangen

Im Seetal hat es bald keine klassische Post mehr

Mit der Fahrwangener Post schliesst die letzte im Seetal. (Symbolbild)

Als letzte von zehn Gemeinden verliert Fahrwangen seine Poststelle. Ab März können in der Migros Pakete aufgegeben werden.

Vor über zwei Jahren kommunzierte die Post, dass sie an 32 Standorten im Kanton Aargau ihre Filialen überprüfen werde. Im AZ-Gebiet Aargau West hat einzig Othmarsingen diese Überprüfung unbeschadet überstanden. Die Post-Filiale wird weitergeführt. In Kölliken und Rupperswil hat die Post noch keinen Entscheid gefällt.

In Kölliken haben im Frühling 2018 insgesamt 844 Personen eine Petition zur Rettung der Post unterschrieben. Solcher Druck kann helfen, ist aber keine Erfolgsgarantie, wie die jüngsten Beispiele von Aarau-Rohr und Beinwil am See sowie jetzt Fahrwangen zeigen.

In Fahrwangen hatten sich 2600 Personen mit ihrer Unterschrift für die Beibehaltung der Post engagiert. Im Frühling 2017 gab es sogar eine emotionale Orientierungsversammlung, an der auch viele Sarmenstorfer teilnahmen. Dort hatte die Post 2015 ihre klassische Filiale dichtgemacht.

Die Migros hat längere Öffnungszeiten

Am Dienstag kommunizierte die Post ihren Entscheid im Fall Fahrwangen. Wie immer mit einem positiven Drall: «Ab 2. März 2020 können Kundinnen und Kunden ihre täglichen Postgeschäfte in der Migros Fahrwangen an der Hintergasse 12 erledigen», heisst es.

Damit stehe weiterhin ein breites Postangebot im Ortskern von Fahrwangen zur Verfügung. «Die Postkunden profitieren zudem von den attraktiven Öffnungszeiten der Migros. Ausserdem plant die Post, ihr Angebot durch eine neue Aufgabestelle für Geschäftskunden zu erweitern.»

«Wir freuen uns, dass wir in unserer Filiale Fahrwangen künftig Postdienstleistungen anbieten können», lässt sich Migros-Marktleiter Michel Affolter zitieren. «Wir sind überzeugt, dass wir den Kundinnen und Kunden mit dem neuen Angebot einen echten Zusatznutzen bieten können, weil sie nun alles an einem Standort finden.»

Nur noch Seon hat und behält seine eigene Post

Die Zahl der am Postschalter getätigten Geschäfte sinke schweizweit kontinuierlich, begründet die Post die Schliessung der klassischen Büros. «Auch die Filiale in Fahrwangen wird nur noch wenig genutzt. So wurden im Jahr 2018 auf der Post Fahrwangen im Tagesdurchschnitt noch 36 Briefe und 18 Pakete von Privatkunden aufgegeben.»

Mit Fahrwangen verschwindet das letzte klassische Postbüro im Seetal. Einzig die Post Seon hat die Redimensionierung überstanden. Das ist umso erstaunlicher, als die Bevölkerung im Seetal stark wächst und sich dort auch einige der finanzstärksten Gemeinden des Kantons Aargau befinden.

Die postalische Versorgung von Meisterschwanden und Seengen erfolgt über den Volg. Ebenso in Beinwil am See, Boniswil und Dürrenäsch. In Egliswil, Hallwil, Birrwil und Leutwil gibts nur noch den Hausservice. In Hallwil schon seit dem Juni 2011.

Die Bevölkerung scheint sich an die räumliche Postlosigkeit gut gewöhnt zu haben. «Die Post arbeitet bereits an über 1100 Standorten in der ganzen Schweiz erfolgreich mit lokalen Partnern zusammen», heisst es in der Medienmitteilung.

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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