Möriken
Im Möriker Wald wird nächsten Sommer ein Krimi gedreht

Seit 20 Jahren bereichert der Jugendtreff Choo das Freizeitangebot für die Möriker Gemeindejugend. Zum Jubiläum wird ein Film gedreht: Das Dorf wird im nächsten Jahr zum Schauplatz eines spannenden Kriminalfalls.

Markus Christen
Drucken
Choo-Leiter Markus Furrer und Drehbuchautorin Tatjana Steinbichl, welche den Jugendtreff seit einigen Jahren mit leitet.

Choo-Leiter Markus Furrer und Drehbuchautorin Tatjana Steinbichl, welche den Jugendtreff seit einigen Jahren mit leitet.

Markus Christen

Es wird knistern im Wald am Chestenberg. Und zwar vor lauter Spannung. Ein aussergewöhnlicher Fund wird die idyllische Dorfgemeinschaft von Möriken aufschrecken und eine Kriminalgeschichte in Gang setzen, bei der ein ungelöster Mordfall und ein Reliquienraub aus dem Jahre 1949 Rätsel aufgeben.

Was sich in dieser kurzen Darstellung ausnimmt, wie die Eckdaten eines neuen Romans von Dan Brown, wird sich im kommenden Jahr ereignen. Die aufsehenerregende Entdeckung im Wald, der Kirchendiebstahl und das aufzudeckende Mordkomplott sind Teil des Films «Antoniusfeuer», der in den nächsten Sommerferien in und um Möriken gedreht werden wird.

Kinder sollen mitarbeiten

Geschrieben hat das Drehbuch zum Streifen Tatjana Steinbichl. Seit vier Jahren ist die Schauspielerin und Theaterpädagogin auch Teil der vierköpfigen Leitung des Jugendtreffs Choo, der sich im Dorfzentrum von Möriken gleich neben dem Volg-Laden befindet.

Das Filmprojekt ist ein Vorhaben für die Jugendlichen der Gemeinde. Sie sollen sich als Schauspieler, Techniker, Kostümbildner und Visagisten an den Dreharbeiten beteiligen und so ganz wesentlich zum Gelingen der Geschichte beitragen. «Die Kids sollen bei der Umsetzung des Films aktiv mitarbeiten», sagt Tatjana Steinbichl, «sie sollen sich engagieren und bei den Dreharbeiten auch die Initiative ergreifen.»

Breite Palette an Betätigungen

Seit 20 Jahren bereichert das Choo das kulturelle Freizeitangebot für die Schülerinnen und Schüler der Mittel- und der Oberstufen. Seit Beginn dabei als Leiter des Jugendtreffs ist Markus Furrer. Der Schulsozialarbeiter und Theaterlehrer der Schule Möriken-Wildegg erinnert sich lebhaft an die Gründungstage des Jugendtreffs. «Damals hat eine Gruppe Jugendlicher die Umbauarbeiten fast in Eigenregie geleitet. Das war ein eingeschworenes Team, das sich mit dem Choo identifiziert hat.»

Eine solche Dynamik bestehe heute zwar nicht mehr, sagt Markus Furrer, und doch bleibe der Jugendtreff eine wichtige Einrichtung für die Gemeinde. Denn was sich nicht geändert hat, ist die breite Palette an Betätigungen, denen im Jugendtreff Woche für Woche nachgegangen werden kann.

So werden im Choo regelmässig Themenabende veranstaltet, einzelne Klassen und Schulstufen können für ihre Kameraden einen Anlass gestalten oder die Kinder gehen mit einem Leiter in die Turnhalle der Schule Hellmatt, um den sportlichen Ehrgeiz auszuleben.

Das Team des Jugendtreffs arbeitet zudem auch mit weiteren Organisationen im Bereich der Schulpädagogik zusammen. So war beispielsweise der Verein Insieme für Menschen mit einer geistigen Behinderung wiederholt im Choo zu Gast. Auch die Ludothek, die Bibliothek oder der Elternverein beteiligen sich an den Aktivitäten des Jugendtreffs.

Statistenrolle für Einwohner

Markus Furrer sagt, das Choo werde von den Gemeinden und der Schule bereitwillig unterstützt. «Der Jugendtreff ist anerkannt und gehört zum Gemeindeleben dazu. Das macht für uns als Leitung die Gestaltung des Angebots viel einfacher.»

Für den Schulsozialarbeiter ist es auch ein Vorteil, dass sich der Jugendtreff mitten im Dorf befindet. «Wir befinden uns gewissermassen im Brennpunkt. Das heisst, die Kinder müssen sich anpassen und Rücksicht nehmen, gerade auch auf den Spielplatz, der sich gleich neben dem Choo befindet. Es besteht eine soziale Kontrolle und es ist wichtig, dass die Jugendliche lernen, mit diesem Umstand umzugehen.»

Nun feiert das Choo also sein 20-Jahr-Jubiläum, allerdings ohne Jubiläumsfeier. Dafür schreiten die Vorbereitungen für den Film «Antoniusfeuer» in grossen Schritten voran. Finanziert und gefördert wird das Projekt durch das Departement Bildung, Kultur und Sport des Kantons.

Die anstehenden Dreharbeiten sollen übrigens nicht nur die Jugendlichen begeistern, sondern auch die übrigen Einwohnerinnen und Einwohner von Möriken und Wildegg zum Mitmachen animieren. Im Frühling wird diesbezüglich ein Aufruf veröffentlicht werden. Interessierte dürfen sich für eine Statistenrolle im Film bewerben.

Aktuelle Nachrichten