Seengen

Im März schien eine Senkung wahrscheinlich – jetzt bleibt die Gemeinde bei den Steuern hart

Gemeinderat Seengen: «Die Steuererträge entwickeln sich im Jahr 2020 trotz  den speziellen Umständen über  den Erwartungen.»

Gemeinderat Seengen: «Die Steuererträge entwickeln sich im Jahr 2020 trotz den speziellen Umständen über den Erwartungen.»

Der Gemeinderat will trotz steigender Erträge auf eine Steuerfusssenkung verzichten. Es bleibt bei 77 Prozent. Grund dafür sind unter anderem Steuererträge über den Erwartungen.

Als die Welt noch fast in Ordnung war und Seengen Mitte März einen Traumabschluss präsentieren konnte, erklärte Gemeindeammann Jörg Bruder: «Der Steuerfuss wird bei der Budgetierung für das Jahr 2021 speziell im Fokus stehen.» Das wollte heissen: Eine Senkung schien wahrscheinlich. Aktuell beträgt der Steuerfuss 77 Prozent.

Anders als die Nachbargemeinde Meisterschwanden (Senkung von 65 auf 60% beantragt) will nun aber der Gemeinderat Seengen die Steuern nicht senken. Das ist aus zwei Gründen bemerkenswert: Erstens, weil es aktuell sehr gut läuft. «Die Steuererträge entwickeln sich im Jahr 2020 trotz der speziellen Umstände über den Erwartungen», heisst es in der Vorlage an die Gemeindeversammlung vom 20. November. Zweitens, weil die Aussichten für das kommende Jahr ebenso gut sind: Der für seine vorsichtige Budgetierung bekannte Gemeinderat erwartet für 2021 einen Anstieg der Steuererträge um 1,9 Prozent auf 11,3 Millionen Franken. Der Kanton erwartet einen Rückgang von 2,5 Prozent.

Zur Diskussion stehen sechs Einbürgerungen

Das Budget 2021 schliesst mit einem Minus von 236'200 Franken. Bemerkenswert ist etwa die Entwicklung im Bereich Gesundheit: Die Kosten für die Pflegefinanzierung wurden massiv höher bugediert: plus 85'000 auf 575'000 Franken. Teuerer wird auch die Spitex: «Der Beitrag pro Einwohner muss von 30 auf 37 Franken erhöht werden», schreibt der Gemeinderat.

Neben dem Budget wird die Gemeindeversammlung von Seengen über keine grossen Ge­schäfte mehr zu befinden haben. Insbesondere nicht über Kredit begehren. Zur Diskussion stehen sechs Einbürgerungen (vier Deutsche, zwei Serbinnen).

Weniger Administration bei der Abfallentsorgung

Weiter geht es um eine Änderung des Reglements über die Abfallentsorgung. Bis anhin zahlen in Seengen Haushalte mit einer bis zwei Personen 20 Franken im Jahr, solche mit mehr als zwei Personen 30 Franken und Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft 50 Franken pro Jahr. Die Unterscheidung mit den drei verschiedenen Gebührenansätzen führe zu seinem «grossen administrativen Aufwand», schreibt der Gemeinderat. Die Rechnungen müssen separat verschickt werden und können nicht mit derjenigen für die Wasser- und Abwassergebühren kombiniert werden. Die Haushaltsgebühr soll vereinheitlicht werden. «Der Gemeinderat sieht deshalb vor, auf die Unterscheidung zwischen Haushaltsgrössen und auf die Gebühr für Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft zu verzichten», heisst es.

Die neue Lösung mit einer einheitlichen Haushaltsgebühr von 25 Franken und einem Verzicht auf die Gebühr für Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft führt zu Einnahmen von 47'700 Franken – plus 1600 Franken gegenüber heute. Die Spezial­finanzierung «Abfall» rechnet jedoch nach wie vor mit einem Defizit von 17'000 Franken pro Jahr – bei Reserven von 187'000 Franken kein Problem.

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