Lenzburg

«Im Lenz» gibt es Quickline- aber kein Swisscom-Fernsehen

Die Mieter im neuen Quartier «Im Lenz» in Lenzburg beziehen die Telekom-Dienstleistungen von SWL/Quickline.

Die Mieter im neuen Quartier «Im Lenz» in Lenzburg beziehen die Telekom-Dienstleistungen von SWL/Quickline.

Einige Mieter im neuen Quartier «Im Lenz» ärgern sich, weil sie beim Fernseh- und Internetangebot nicht Swisscom wählen können. Dies hat diverse Gründe.

Im neuen , nachhaltigen Stadtteil «Im Lenz» auf dem ehemaligen Hero-Areal beim Bahnhof Lenzburg entstehen bis in ein paar Jahren etwa 500 neue Wohnungen. Rund 150 Wohnungen sind schon bezogen und einzelne Bewohner beklagen sich, dass sie bei den Angeboten für Telekom (Internet, Fernsehen, Festnetztelefonie) nicht auf gewohnte Anbieter wie Swisscom oder UPC zugreifen können, sondern auf SWL/Quickline angewiesen sind.

Gemäss der für die Vermietung zuständigen Realit Treuhand AG haben die Mieter mündlich, in Rundschreiben oder in den Verträgen von dieser Auflage erfahren.

Historisch gewachsen

Die Bindung zum Telekom-Angebot der Quickline, die lokal durch die SWL Energie AG vertreten wird, ist historisch gewachsen, wie SWL-Geschäftsführer Markus Blättler ausführt. «Beim Kauf des Hero-Areals vor rund 10 Jahren wollte die Käuferin, die Genossenschaft Elektra Birseck Münchenstein, kurz EBM, möglichst viele eigene Leistungen in die künftige Überbauung einbringen.»

Dazu gehörte das Exklusivrecht für die Telekom-Dienstleistungen durch die damalige Tochtergesellschaft EBM Telecom. Diese Firma wurde in der Zwischenzeit durch die Firma Quickline übernommen. Die im Grundbuch fixierten Exklusivrechte wurden an die Käufer der einzelnen Baufelder, das heisst an verschiedene grosse Pensionskassen, weitergegeben und sind bis heute verbindlich.

Swisscom verlangt das 85-Fache

Als kulanter Partner wurde durch die SWL abgeklärt, ob andere Anbieter die eigene Infrastruktur mitbenützen können. Gemäss Blättler fanden Verhandlungen mit der Swisscom über eine Mitbenützung der von der SWL erstellten Glasfaserleitungen statt.

Doch das Angebot der Swisscom war derart tief, dass sich die beiden Parteien nicht finden konnten. Die Firma Swisscom wollte einen um Faktor 85 tieferen Beitrag bezahlen, wie sie selbst bei einer analogen Mitbenützung durch Dritte verlangt. Genaue Beiträge sollen keine genannt werden, doch «wir erwarteten von beiden Seiten gleiche Konditionen; deshalb wurden wir nicht handelseinig», so Blättler.

Glasfaser bis in die Wohnung

Objektiv brauchen sich die «Im Lenz»-Bewohner über die eingeschränkte Wahl des Telekom-Anbieters nicht zu beklagen. Die Dienstleistungen von SWL/Quickline entsprechen in Sachen Sendervielfalt und Preis jenen der grossen Konkurrenten.

Und im Bereich Technik gehört die SWL zur Avantgarde. Blättler: «Wir bieten das Neueste vom Neuen; wir verfolgen konsequent die FTTH-Strategie.» FTTH heisst ausgeschrieben Fiber to the Home und bedeutet, dass hier nicht nur zur Gebäudezentrale, sondern in jede Wohnung Glasfaserkabel gezogen werden. Dies wirkt sich natürlich auf eine hohe Geschwindigkeit bei der Internet-Nutzung aus.

Gemäss dem SWL-Geschäftsführer war die Einrichtung der Wohnungsanschlüsse beim massenweisen Bezug «eine rechte logistische Übung». Bedauerlich findet Markus Blättler, dass beim Einzug der ersten «Im Lenz»-Mieter im letzten Herbst «noch nicht die neuesten Quickline-Produkte verfügbar gewesen sind». Inzwischen sind diese Kinderkrankheiten behoben und bald wird auch das Rechnungswesen über die SWL ablaufen.

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